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Kindergarten

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Altparteien beschließen Kindergarten in Landesfeind’scher Scheune

Trotz teilweise hitziger Debatten in der Bürgerschaft, und entgegen der Beschlussvorlagen des eigens eingesetzten parlamentarischen Sonderausschusses sowie des Magistrats, wurde durch die Mehrheit der Altparteien gestern in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, den neuen Kindergarten in der „Landesfeind’schen Scheune“ in der Altstadt zu bauen. Die FWG hält das für eine krasse Fehlentscheidung: Es gibt nicht genügend Freiflächen, ein weiterer Ausbau wäre kaum möglich und die Verkehrssituation in den engen Altstadtgassen ist unakzeptabel. Wir dokumentieren hier die Rede von FWG-Fraktionsvorsitzendem Achim Jäger vor der Abstimmung:

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„Um die gesetzliche garantierten Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen und Homberg als Wohnort für Familien weiterhin interessant zu gestalten, muss heute eine Entscheidung zur Schaffung neuer Kindergartenplätze getroffen werden. Wir Freien Wähler stimmen für den Neubau einer Kindertagesstätte in Homberg! Die aktuelle Kindergartensituation in Homberg ist dramatisch. Zur Zeit sind alle 445 Kindergartenplätze belegt. Bis zum Sommer liegen mehr als 60 zusätzliche Anmeldungen vor. Auch für das danach beginnende Kindergartenjahr fehlen bereits jetzt mehr als 40 Plätze, Tendenz steigend. Das ist das Ergebnis der Zahlen, die im Januar vom Jugendamt präsentiert wurden.
Es besteht dringender Handlungsbedarf für den
• Neubau eines vier- bis fünfgruppigen Kindergartens in der Kernstadt
• Für die Erweiterung bestehender Kindergärten in Mardorf, Hülsa, und Wernswig und
• Die sofortige Einrichtung einer naturnahen Kindergartengruppe (sogenannter Waldkindergarten)

In der Kernstadt kommen als mögliche Standorte ein Neubau am Stellberg (Kosten 2,55 Millionen Euro für vier Gruppen) und ein Umbau der Landesfeindschen Scheune in der Innenstadt (Salzgasse / Webergasse) in Betracht (Kosten 3,17 Millionen Euro). Wir Freien Wähler stimmen für einen Kindergartenneubau am Stellberg. Der am besten geeignete Platz für den Bau eines viergruppigen Kindergartens ist für uns die Freifläche unterhalb des Stellbergstadions. Dieser Standort bietet
• ausreichend Platz für freistehende Gebäude (Sonne und Licht),
• Platz für einen großzügigen Spiel- und Außenbereich,
• die Möglichkeit, Synergieeffekte mit der nahen Stellbergschule zu nutzen,
• ausreichend Parkplätze,
• eine entspannte Verkehrssituation und
• die Erweiterungsmöglichkeit für weitere Gruppen in der Zukunft.

Den möglichen Alternativstandort Landesfeindsche Scheune in der Innenstadt (Salzgasse / Webergasse) sehen wir als ungeeignet an. Die Ansiedlung einer Kindertagesstätte in einer alten Scheune wird nicht zu einer Belebung unserer Innenstadt führen. Bei der geplanten Größe ist die verkehrsgünstige Erreichbarkeit für Eltern und ein barrierefreier Zugang zum Außengelände wichtig. Ein Umbau der Landesfeindschen Scheune, der aufgrund der beengten Platzverhältnisse zweigeschossig sein müsste, könnte das nicht bieten. Sowohl die Treppen im Gebäude als auch die vom Kindergarten entfernt liegenden Freiflächen unterhalb des Schlossbergs sind ganz erhebliche Nachteile dieses Standorts mitten in der Altstadt. Darüber hinaus müsste mit deutlich höheren Kosten für die Stadt gerechnet werden. Das Verkehrsaufkommen in der Altstadt wird erheblich zunehmen. Parkplätze und Wendeplätze stehen nicht ausreichend zur Verfügung. Der Verkehr wird durch Wohn- bzw. Altstadtstraßen geführt.  Zudem lassen die vorgelegten Planungen zukünftig keine oder nur sehr erschwert Anpassungen an geänderte Rahmenbedingungen zu. Das gesamte Anwesen Landesfeind sollte einer einheitlichen Planung und adäquaten Nutzung zugefügt werden.

Im Vordergrund unserer Entscheidung sollte die optimale Platzauswahl zum Wohle der etwa 80 zu betreuenden Kinder und ihrer Familien stehen.

Erweiterung von Kindertagesstätten in den Stadtteilen

Bereits jetzt ist klar, dass der in der Kernstadt geplante Neubau bei weitem nicht ausreichen wird. Dringend erforderlich ist daher auch die Sicherung der in den Stadtteilen vorhandenen Kindergärten. Der Kindergarten Mardorf besteht bisher nur aus einer Gruppe und ist im Dorfgemeinschaftshaus untergebracht. Er hat nur eine vorläufige Betriebserlaubnis – als Vorgabe des Jugendamtes, des Brandschutzes und der Unfallkasse müssen in Mardorf erhebliche Umbauten erfolgen, wenn der Standort erhalten werden soll. Angesichts des dringenden Bedarfs dürfen wir es uns nicht leisten, auf den Kindergartenstandort Mardorf zu verzichten. Daher ist es sinnvoll, dass für Mardorf die Planung für einen zweigruppigen Kindergarten vorgenommen wird. Der neu zu errichtende Sanitärbereich sollte sich zwischen den Gruppenräumen befinden. Der zu schaffende Bewegungsraum ist nach Meinung der FWG als Mehrzweckraum vorzusehen, damit die Dorfgemeinschaft ihn zukünftig für Vereinsaktivitäten (z. B. Gymnastik) oder kleine Feierlichkeiten nutzen kann. Alle beabsichtigten Änderungen sind einvernehmlich mit dem Ortsbeirat festzulegen, da ein solcher Umbau die Aufgabe des Dorfgemeinschaftshauses in seiner heutigen Form bedeutet. Überschlägig ermittelt würde ein solcher Umbau ca. 450 T€ kosten. Baukosten- und Folgekostenberechnungen sind schnellstmöglich zu erstellen und dem Parlament als Entscheidungshilfe zur Verfügung zu stellen.

Zusätzlich sollte die Erweiterung des Kindergartenstandorts Hülsa von einem eingruppigen zu einem zweigruppigen und damit wesentlich wirtschaftlicherem Betrieb vorgenommen werden. Am bisherigen Kindergartenstandort stehen für eine Erweiterung ausreichend Flächen zur Verfügung. Auch eine Verlagerung des Kindergartens in die Nähe von Bewegungsbad und Haus des Gastes erscheint möglich. Zusammen mit dem Ortsbeirat sollten beide Varianten schnellstmöglich geprüft werden.

Errichtung eines naturnahen Kindergartens (Waldkindergarten)

Zur Abmilderung bestehender Engpässe sollte als Sofortmaßnahme kurzfristig eine naturnahe Kindergartengruppe eingerichtet werden. Aus Sicht der FWG ist die Einrichtung als Vormittagsbetreuung im Bereich der Kindertagesstätte Wernswig sinnvoll. Entsprechende Planungsunterlagen sind seit 2013 vorhanden und müssen lediglich aktualisiert werden, so dass einem Start zum Beginn des Kindergartenjahres 2016/2017 nichts im Wege stehen würde. Positiver Nebeneffekt der Einrichtung des Waldkindergartens ist die Stärkung des Kindergartenstandorts Wernswig. Kinder der naturnahen Gruppe können nachmittags im Kindergarten betreut werden. Die Ganztagesbetreuung in Wernswig würde somit erheblich wirtschaftlicher, der Standort langfristig gesichert.

Fest steht, dass etwas passieren muss!

Die FWG stimmt für einen Kindergartenneubau in Homberg, für eine Erweiterung des Kindergartenstandorts Mardorf und für die sofortige Einrichtung eines Waldkindergartens. Hinsichtlich der Standortortentscheidung für den Neubau in Homberg sind wir überzeugt: Unsere Entscheidung für die Fläche am Stellbergstadion stellt das Wohl der Kinder, ihrer Eltern und auch die Anforderungen an die Betreuungskräfte in den Vordergrund und ist darum die bessere Wahl.
Für eine nachhaltige Belebung der Altstadt und insbesondere des Quartiers Marktplatz-Ost bedarf es mehr als die Ansiedlung einer Kindertagesstätte.
Hier bedarf es keiner bruchstückhaften Entscheidungen sondern eines Gesamtkonzepts, an dem wir gerne mitarbeiten.“

FWG begrüßt Kindertagesstätte am Stellbergstadion

Die Freie Wählergemeinschaft Homberg (Efze) befürwortet den vom Sonderausschuss „Neubau einer Kindertagesstätte“ am vergangenen Mittwoch mit knapper Mehrheit beschlossenen Neubau am Stellberg. Der am besten geeignete Platz für den Bau eines viergruppigen Kindergartens ist die Freifläche unterhalb des Stellbergstadions, so der Fraktionsvorsitzende Achim Jäger. Dieser Standort bietet ausreichend Platz für freistehende Gebäude (Sonne und Licht), einen großzügigen Spiel- und Außenbereich und die Möglichkeit, Synergieeffekte mit der nahen Stellbergschule zu nutzen. Für die Fläche sprechen außerdem die ausreichend vorhandenen Parkplätze, eine entspannte Verkehrssituation und die Erweiterungsmöglichkeit für weitere Gruppen in der Zukunft, ergänzt Ausschussmitglied Dietmar Groß.

Als völlig einseitig bewertet die FWG die Auffassung, dass der Kindergartenbau in einer innerstädtischen Scheune zu einer Belebung der Innenstadt führen könne. Im Vordergrund einer Entscheidung muss die optimale Platzauswahl zum Wohle der etwa 80 zu betreuenden Kinder und ihrer Familien stehen. Bei dieser Größe ist die verkehrsgünstige Erreichbarkeit für die Eltern und ein barrierefreier Zugang zum Außengelände wichtiger. Ein Umbau der Landesfeindschen Scheune, der aufgrund der beengten Platzverhältnisse zweigeschossig sein müsste, könnte das nicht bieten. Sowohl die Treppen im Gebäude als auch die vom Kindergarten entfernt liegenden Freiflächen unterhalb des Schlossbergs sind ganz erhebliche Nachteile dieses Standorts mitten in der Altstadt. Darüber hinaus müsste mit deutlich höheren Kosten für die Stadt gerechnet werden.

Die FWG ist überzeugt: Unsere Entscheidung für die Fläche am Stadion stellt das Wohl der Kinder, ihrer Eltern und auch die Anforderungen an die Betreuungskräfte in den Vordergrund und ist darum die beste Wahl.

FWG: Kindergarten Mardorf muss ausgebaut werden!

Die Kindergartensituation in Homberg ist dramatisch. Zur Zeit sind alle 445 Kindergartenplätze belegt. Bis zum Sommer liegen mehr als 60 zusätzliche Anmeldungen vor. Auch für das danach beginnende Kindergartenjahr fehlen bereits jetzt mehr als 40 Plätze, Tendenz steigend. Das ist das Ergebnis der Zahlen, die aktuell vom Landkreis präsentiert werden. Bereits jetzt ist also klar, dass der in der Kernstadt geplante Neubau bei weitem nicht ausreichen wird. Dringend erforderlich ist daher auch die Sicherung der in den Stadtteilen vorhandenen Kindergärten. Vertreter der FWG waren in der vergangenen Woche in Mardorf, um sich im Gespräch mit Ortsbeirat und Eltern über die Situation zu informieren.

Der Kindergarten Mardorf besteht bisher nur aus einer Gruppe und ist im Dorfgemeinschaftshaus untergebracht. Er hat nur eine vorläufige Betriebserlaubnis – als Vorgabe des Jugendamtes, des Brandschutzes und der Unfallkasse müssen in Mardorf erhebliche Umbauten erfolgen, wenn der Standort erhalten werden soll. Angesichts des dringenden Bedarfs kann und darf es sich die Stadt aber nicht leisten, auf den Kindergartenstandort Mardorf zu verzichten. Die Freien Wähler fordern daher, dass in Mardorf mit der Planung für einen zumindest zweigruppigen Kindergarten begonnen wird. Durch Einrichtung einer zusätzlichen Gruppe wird die Wirtschaftlichkeit der Kindertagesstätte Mardorf nachhaltig erhöht. Auch die langfristige Sicherung dörflicher Infrastruktur ist hierbei ein positiver Nebeneffekt. Ähnliches gilt auch für die Kindergartenstandorte Hülsa und Wernswig. Auch hier besteht die Möglichkeit der Erweiterung.

 

 

 

Zum Hintergrund:

Im Rahmen einer öffentlichen Sitzung des Sonderausschusses Neubau einer Kindertagesstätte wurde von Herr Bottenhorn (Hauptamt der Stadt) und Frau Peuster (Jugendamt Kreis) Zahlenmaterial vorgelegt und erläutert.

Als Planzahl ist von 130 Kinder pro Geburtenjahrgang auszugehen.

Zu berücksichtigen sind von den über dreijährigen Kindern 3,5 Jahrgänge (Erfahrungswert des Jugendamtes). Von den zwei- bis dreijährigen Kindern besuchen 80 bis 90% den Kindergarten. Bei den unter zweijährigen Kindern ist von einer Quote von 40 bis 50% auszugehen.

130 Kinder pro Jahrgang:

Über 3 Jahre 100% 455 Kinder (3,5 Jahrgänge)
2-3 Jahre 80%: 104 Kinder
1-2 Jahre 40%: 52 Kinder
Gesamt: 611 Kinder

Ausgehend von diesem Zahlenmaterial müssten kurzfristig mehr als 600 Kindergartenplätze zur Verfügung stehen. Bei einer durchschnittlichen Belegung mit 18 Kindern (Krippengruppen, offene Gruppen und reine Ü3-Gruppen) fehlen ab Sommer 2016 in Homberg mindestens vier Kindergartengruppen. Dieser Fehlbedarf erhöht sich in den folgenden Jahren auf bis zu acht Gruppen. Der Sonderausschuss Neubau einer Kindertagesstätte hat daher den Bedarf für einen Neubau einer vier bis fünfgruppigen Einrichtung festgestellt.

Aus Sicht des Jugendamtes ist der Bau eines vier- oder fünf-gruppigen Kindergartens wirtschaftlich sinnvoll, da so eine optimale Aufteilung in reine Krippengruppen (unter dreijährige), gemischte Gruppen und Ü3-Gruppen vorgenommen werden kann.

Das Jugendamt regt außerdem einen eingeschossigen Bau an, da bei mehreren Etagen zwangsläufig mehr Personal benötigt würde.

Auf Grund des außerordentlich hohen Bedarfs hat die Entscheidung für einen Kindergartenneubau in der Kernstadt zumindest mittelfristig keine Auswirkung auf die bereits bestehenden Kindergärten.

Bestehende Einrichtungen müssen erhalten werden. Daher müssen In den folgenden Jahren in diesen Einrichtungen Investitionen und Modernisierungen vorgenommen werden.

 

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