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Kindergarten

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Den Kindergarten im Dorf lassen !

– Pressemitteilung der Freien Wählergemeinschaft im Schwalm-Eder-Kreis –

Nach Auffassung der  Umwelt-Aufsichtsbehörden darf der Kindergarten im Ortskern von Mardorf wegen angeblicher Luftbelastungen durch Schweineställe nicht erweitert werden. Damit wird allen auf der kommunalen Ebene einvernehmlich getroffenen Entscheidungen die Grundlage entzogen.

„Diese behördliche Intervention ist unverständlich und muss nach Auffassung der FWG Schwalm-Eder auf allen Ebenen der Politik hinterfragt werden“, erklärt Achim Jäger, Kreistagsabgeordneter der FWG und Fraktionsvorsitzender der FWG im Homberger Stadtparlament.

„Seit 40 Jahren wird an dem bisher geplanten Standort am Dorfgemeinschaftshaus ein Kindergarten betrieben. Bislang gab es auf der Ortsebene keinen Zweifel, noch nicht einmal einen Gedanken an der Eignung dieses Standorts. Wenn diese Wahrnehmung nun durch Behörden ignoriert und über die Köpfe der Betroffenen hinweg Verbote ausgesprochen werden, stellt sich die Frage, wem eine solche staatliche Bevormundung dienen soll“, fragt Dietmar Groß, stellvertrender Vorsitzender der AG Umwelt der FWG und Mitglied des Bauausschuss in Homberg.

Außerdem müsse die Frage gestellt werden, welche Dörfer mit noch vorhandener Landwirtschaft  im Ortskern in Zukunft ebenfalls mit baurechtlichen Einschränkungen zu rechnen haben.

Sind neben KiGas möglicherweise auch andere öffentliche Einrichtungen immissionschutzrechtlich infrage zu stellen?

Wenn wir den Dörfern und insbesondere den historischen Ortskernen eine Zukunft geben wollen, dann müssen wir das Miteinander von Landwirtschaft, Kleingewerbe und wohnbaulicher Nutzung fördern. Zu einer attraktiven wohnbaulichen Nutzung gehört aber zwingend auch eine ausreichende soziale Infrastruktur; für junge Familien  eine Kinderbetreuung in erreichbarer Nähe.

Deshalb fordert die Freie Wählergemeinschaft insbesondere die Landes- und Bundespolitiker des Wahlkreises auf, umgehend Einfluss auf die Landes- und Bundesregierung zu nehmen, um die Realisierung des Kindergartens im Mardorfer Ortskern doch noch zu ermöglichen.

Achim Jäger, Dietmar Groß
für die Freie Wählergemeinschaft im Schwalm-Eder-Kreis
23. April 2017

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DOKUMENTATION

Die FWG hat einen Antrag an die Stadtverordnetenversammlung gerichtet mit dem Ziel, sich eindeutig zum Kindergarten in Mardorf zu bekennen und die Hessische Landesregierung aufzufordern, per Erlass den Weiterbetrieb und Anbau am jetzigen Standort zu ermöglichen. Der Resolutionsvorschlag der FWG ist voll aufgenommen worden in den Beschluss, dem die Stadtverordnetenversammlung am 11. Mai mit großer Mehrheit zugestimmt hat:

„Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, das Erweiterungsvorhaben am jetzigen Standort zunächst nicht zu verwerfen und die dahingehenden Bemühungen der Dorfgemeinschaft zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund fordert die Stadtverordnetenversammlung die hessische Landesregierung auf, mit einem Erlass zu regeln, dass die geplante Kindergartenerweiterung am bisherigen Standort im Ortskern von Mardorf umgesetzt werden kann. Vorsorglich soll die Verwaltung die Kaufverhandlungen bezüglich der Grundstücksfläche ‚Im Baumgarten‘ fortsetzen mit dem Ziel, den Standort ‚Im Baumgarten‘ als Ersatzlösung weiter zu verfolgen.“

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Wald kaputt für Waldkinder II

Manchmal ist die Realität schlimmer als man ahnt. Bei soviel Ignoranz gegenüber Natur- und Umweltschutz, aber ebenso gegenüber den simpelsten Grundlagen für eine vernünftige und sichere Baustelleneinrichtung, fehlen einem die Worte.

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Zur Erinnerung – so sieht eine Baustelle NICHT aus:

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Wald kaputt für Waldkinder

Zerfurchte Wiesen, gekappte Wurzeln und Bretter an die Bäume genagelt: Das ist die traurige Realität auf der Baustelle von Hombergs erstem „Waldkindergarten“. Während andernorts Zelte oder bunt angemalte Zirkuswagen als Quartier dienen wurde in Homberg – wenn schon, denn schon – der Bau eines festen Hauses für 110.000 Euro beschlossen.

Nun wüten die Baufahrzeuge im „Dithmarschen Garten“ gegenüber des Ärztehauses. Liebe zur Natur, Schutz der Umwelt und ein Tag an der frischen Luft – was für die Kinder in einem Waldkindergarten selbstverständlich ist scheint auf der Baustelle ein Fremdwort zu sein. Da werden Gräben gezogen, Wurzeln zerschnitten und Baulatten an die Bäume genagelt. Stadtrat Dr. Klaus Lambrecht von der FWG, der bis zu seiner Pensionierung Leiter der Unteren Naturschutzbehörde war, ist entsetzt: „Bereits jetzt wurde das Wurzelwerk der Bäume dauerhaft beschädigt! Früher oder später werden sie absterben oder, noch schlimmer, bei einem Sturm gefährlich werden.“

Historischer Garten gefährdet

Der Walnussbaum und die große Thuja, deren Wurzeln sogar überbaut werden sollen, gehören noch zum ursprünglichen Bestand des „Dithmarschen Gartens“. Benannt ist er nach der Klavierlehrerin Gertrud Dithmar die hier wohnte bis die Villa aVilla Rohde-Thujan der Hans-Staden-Allee 1979 abgerissen wurde (mehr über Gertrud Dithmar in einem > HNA-Artikel zu ihrem 100. Geburtstag). Ursprünglich erbaut wurden Villa und Garten etwa 1866 durch den hessischen Finanzminister Johann Carl Rohde (1812 – 1888), der auf dem Alten Friedhof ein Ehrengrab hat. Schon in Luftbildaufnahmen aus den 1970er Jahren ist die nun gefährdete Thuja gut zu erkennen. Das Gelände bietet genügend andere Freiflächen, bei denen man ohne Gefährdung des Baumbestandes den Waldkindergarten errichten könnte. „Schade dass man hier mit so wenig Leidenschaft für das historische Erbe unserer Stadt vorgeht“, so Dr. Lambrecht.

Vorschriften werden missachtet

Dabei gibt es klare Vorschriften für den Schutz von Bäumen auf Baustellen, wie zum Beispiel Mindestabstände für das Lagern von Aushub oder das Befahren mit Baufahrzeugen. waldkindergarten-baustelle6Dazu hat der Deutsche Städtetag ein übersichtliches Merkblatt erstellt [hier klicken]. Demnach müssen Gräben 1,5 Meter vom Außenring der Baumkrone entfernt sein, Fahrwege mit Bohlen befestigt und freiliegende Wurzeln feucht gehalten werden. Ausgerechnet auf der Baustelle des Waldkindergartens werden solche Mindeststandards nicht eingehalten. Was für jeden Grundstücksbesitzer gilt müsste aber gerade von der Stadt vorbildlich umgesetzt werden. Die größten Bauarbeiten stehen mit dem Aufbau des Hauses erst noch bevor. Die FWG fragt: Müssen erst Wald und Garten zerstört werden, um Kindern ein Erlebnis in der freien Natur zu ermöglichen?

„Wir wurden nicht zum Abnicken gewählt!“ – FWG schreibt an die HNA

In Hinblick auf die Planungen, einen neuen Kindergarten in einer Scheune in der Altstadt zu bauen, hatte die FWG angekündigt, dem dazu notwendigen Kaufvertrag über das benötigte Grundstück nicht vorbehaltlos zuzustimmen. Siehe dazu unseren Artikel „Neue Fraktion nimmt ‚Kindergarten‘ als erstes Thema.“ Die HNA hat dies zum Anlass genommen, in einem Kommentar (gedruckte Ausgabe vom 30.03.) der FWG undemokratisches Verhalten vorzuwerfen: „Die Zeiten, in denen in Homberg entgegen demokratischer Entscheidungen gehandelt wurde, sollten doch eigentlich der Vergangenheit angehören.“ Darauf haben wir mit einem Offenen Brief geantwortet, den wir hier dokumentieren:

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Sehr geehrte Frau Yüce,

wenn die Homberger Tageszeitung unserer Fraktion undemokratisches Verhalten vorwirft erfordert das ausnahmsweise mal eine direkte Reaktion. Was Sie in Ihrem Kommentar übersehen: Es gab inzwischen eine Wahl – die höchste demokratische Entscheidung überhaupt. Der Standort des Kindergartens war ein Top-Thema. Die FWG hat sich dazu von Anfang an positioniert. Die Tatsache, dass die FWG im Gegensatz zu allen Altparteien, die die Entscheidung mehrheitlich getragen haben, Stimmen hinzugewonnen hat, nehmen wir als deutliches Wählervotum. Demokratischer geht’s nicht. Die Standortentscheidung der alten Stadtverordnetenversammlung (StaVo) basierte auf einem Grundstück, das der Stadt nicht gehört. Wenn die Stadt es jetzt kaufen will muss die neue StaVo diesem Kauf zustimmen. Es wäre ja absurd von der neuen Stavo zu fordern, alle neu anstehenden Entscheidungen einfach durchzuwinken, koste es was es wolle – im Sinne des Wortes.

Wir sind sicher: Zum Abnicken haben uns die Hombergerinnen und Homberger nicht gewählt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft Homberg (Efze)

Achim Jäger, Fraktionsvorsitzender

Neue Fraktion nimmt „Kindergarten“ als erstes Thema

Die nach der Wahl von sechs auf neun Personen angewachsene Fraktion der Homberger FWG hat am vergangenen Mittwoch ihre konstituierende  Sitzung abgehalten. Aus der bisherigen Fraktion werden Achim Jäger, Dietmar Groß und Günter Koch weiterhin im Parlament vertreten sein. Neu hinzu kommen Dr. Klaus Lambrecht, Karl Weiß, Helmut Koch, Christian Utpatel, Alexander Seib und Gert Freund. „Mit dieser Zusammensetzung aus erfahrenen und neuen, fachlich und politisch kompetenten Kollegen sind wir als Fraktion  für die neue Legislaturperiode gut gerüstet“, erklärt der alte und neue Fraktionsvorsitzende Achim Jäger: „Wir werden uns engagiert dafür einsetzen, Homberg voran zu bringen und führen Gespräche mit allen anderen Fraktionen, sofern diese dazu bereit sind.“

Mit Blick auf das strittige Thema „Neubau eines Kindergartens“ weist die FWG-Fraktion darauf hin, dass das neue Parlament erst noch die endgültige Standortentscheidung fällen muss. Noch gehört das Gebäude, das zum Kindergarten umgebaut werden soll, nicht der Stadt. Ein Grundstückskaufvertrag für die „Landesfeindsche Scheune“ müsste von der Stadtverordnetenversammlung genehmigt werden. Erst wenn das Grundstück durch die Stadt gekauft wurde können die Planungen fortgesetzt und ein Antrag auf Förderung eingereicht werden.

„Damit die Entscheidungsfreiheit der künftigen Stadtverordneten gewahrt bleibt und möglicher Schaden durch mindestens einjährigen Zeitverzug bei den geplanten Neubaumaßnahmen verhindert wird, fordern wir die Verwaltung auf, parallel zwei Anträge bei der Kreisverwaltung einzureichen: Einen, wie im Februar im alten  Parlament beschlossen für die Landesfeindsche Scheune, und einen zweiten für den Standort Stellberg“, fordert Dietmar Groß, Mitglied im noch bestehenden Kindergartenausschuss und stellvertretender Fraktionsvorsitzender in der neuen FWG-Fraktion.

Diese Vorgehensweise sei auch deshalb ratsam, weil durch die komplizierte Finanzierungsplanung (Denkmalförderung, Stadtumbau West, KiGa-Förderung) ohnehin nicht sicher sei, ob die getroffene Entscheidung des alten Parlaments reibungslos und schnell die Genehmigungshürden der Landesverwaltung nimmt. Das sollten die neuen Stadtverordneten bei der noch ausstehenden Grundsatzentscheidung zum Kauf des Landesfeindschen Anwesens bedenken.

 

[Nachtrag: Siehe dazu auch „Wir wurden nicht zum Abnicken gewählt!„]

 

 

Sonntagsausflüge zum Altstadt-Kindergarten

FWG-Stresstest_0069Neugierig geworden von der aktuellen Diskussion um den neuen Kindergarten war die „Landesfeind’sche Scheune“ heute ein beliebtes Ziel für viele Sonntagsspaziergänger. Bereits am Vormittag hatten sich besorgte Eltern und interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Salzgasse zu einem „Stress-Test“ getroffen. Weniger als 20 Autos reichten aus um die Gasse komplett zu verstopfen. Die Situation gab einen kleinen Einblick wie es erst wird, wenn jeden Morgen 80 Kinder zum Kindergarten gebracht werden. Auch der Fußweg vom Kindergarten zum geplanten Außengelände entlang der Webergasse und am Ärztehaus vorbei wurde ausprobiert.

Den ganzen Tag über bis weit in den Nachmittag wurde die Scheune von vielen Interessierten angesteuert. Viele wussten gar nicht um welches Gebäude es in der Diskussion überhaupt geht und haben sich nun einen eigenen Eindruck verschafft. Ein schönes Zeichen, findet die FWG: Bürgerinnen und Bürger, die sich erkundigen, mitdenken und mitdiskutieren, setzen sich leidenschaftlich für Homberg ein. Und zeigen, dass ihnen etwas an unserer Stadt gelegen ist.

Mehr Fotos im Album bei Facebook (kann auch betrachtet werden ohne dass man sich bei Facebook anmeldet): hier klicken

Überraschung: Bürgermeister wendet Magistratsvorlage

Ein Kommentar von Christian Utpatel, Vorsitzender der FWG –

Erstaunliches war in den letzten Tagen von Bürgermeister Dr. Ritz zu hören, zuletzt am Wochenende im „Extra Tip“: Angesprochen auf den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, den neuen Kindergarten in einer Scheune in der Altstadt zu bauen, verteidigt Dr. Ritz den Beschluss der Stavo gegen jede Nachfrage und Kritik. Dabei ist doch der Bürgermeister der Vorsitzende des Magistrats – so jedenfalls steht es in der Hessischen Gemeindeordnung (§§ 65 und 70). Der Magistrat aber hatte sich in seiner Beschlussempfehlung gegen die „Landesfeind’sche Scheune“ ausgesprochen. Stattdessen stellt sich der Bürgermeister als Vorsitzender des Magistrats jetzt offen gegen den Vorschlag, den sein Gremium der Stadtverordnetenversammlung gemacht hatte. Ist dieser Kurswechsel mit dem Magistrat abgesprochen? Sind die ständig neu hinzukommenden Begründungen und Theorien in Sitzungen des Magistrats entstanden? Hat der Bürgermeister für seine öffentlichen Äußerungen überhaupt ein Mandat vom Magistrat, da ja die Mehrheit des Magistrats den Kindergarten nicht in der Altstadt haben wollte? Es ist doch sehr fragwürdig, dass sich ein direkt gewählter, dazu noch als „unabhängig“ angetretener Bürgermeister überhaupt mitten im Parlamentswahlkampf in dieser Weise zu den Entscheidungen des Parlaments positioniert. Das Parlament steht über dem Magistrat und dem Bürgermeister – er und der Magistrat hätten die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung selbst dann umzusetzen, wenn sie nicht seiner persönlichen Meinung entsprächen.

Die Frage, wo und wie der Kindergarten zu bauen ist, haben die in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien und Wählervereinigungen miteinander zu diskutieren und zu entscheiden – und nicht der Bürgermeister.

Kindergarten: Stoppt den Wahnsinn!

FWG-Kandidaten versprechen: Wir wollen die Entscheidung zum Kindergarten ändern! –

Die FWG hält die in der letzten Stadtverordnetenversammlung mit knapper Mehrheit getroffene Entscheidung, den neuen Kindergarten in der „Landesfeind’schen Scheune“ mitten in der Homberger Altstadt zu bauen, für eine krasse Fehlentscheidung. Die Kandidatinnen und Kandidaten der FWG haben daher auf einer Sitzung am 22. Februar festgehalten:

Homberg braucht dringend einen neuen Kindergarten. Jetzt.
Wir haben keine Zeit, erst lange eine früher als Stall genutzte Fachwerkscheune zu sanieren. Homberg ist hoch verschuldet und steht unter dem „Schutzschirm“. Die Baukosten für eine denkmalgeschützte, einsturzgefährdete Fachwerkscheune sind nicht kalkulierbar. Es kommen hohe Zusatzkosten etwa für den Brandschutz auf uns zu. Dagegen kann der Bau auf einer Freifläche, der in hochwertiger, klimaschützender Modulbauweise erfolgen könnte, zu einer Einsparung von mehr als einer Million Euro führen.

Kinder brauchen Luft, Sonne und ein Freigelände zum Spielen.
Der Gedanke, das Außengelände des Kindergartens in einem halben Kilometer Entfernung, verbunden mit der Querung mehrerer Straßen zu errichten, ist absurd. Er stellt eine Belastung der Betreuer/innen dar, die entweder einen erhöhten Personalaufwand nach sich zieht – oder dazu führt, dass das Außengelände nicht genutzt wird, weil es für die Betreuenden schlichtweg zu aufwändig ist, die Kinder erst dort hin zu führen.

Verkehrsbelebung ist keine Innenstadtbelebung.
Ein Kindergarten mit 80 Kindern verursacht einen Verkehr, der in den schmalen Gassen der Altstadt unakzeptabel ist. Der Neubau eines Kindergartens muss stattdessen an einer Stelle erfolgen, wo er leicht und gefahrenfrei erreichbar ist und wo ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen.

Betroffene müssen zu Beteiligten gemacht werden.
Eltern, Erzieher/innen, Mitarbeitende beim Landkreis und in den Schulen, aber auch der eigens eingesetzte Sonderausschuss der Stadtverordnetenversammlung sowie der Magistrat haben sich für den Bau des Kindergartens auf einer Freifläche ausgesprochen. Die bisherige Mehrheit der Altparteien in der Stadtverordnetenversammlung hat sich über all diese Bedenken und Vorschläge hinweggesetzt und eine gegenteilige Entscheidung getroffen. Wieder einmal hat der Bürgerwille keinen Respekt erhalten.

Der Bau eines neuen Kindergartens muss schnellstens erfolgen. Aber er darf nicht planlos vonstattengehen. Und er darf vor allem nicht gegen die Interessen derer sein, die vor allem vom neuen Kindergarten profitieren sollen: die Kinder und ihre Familien.

Wir Kandidatinnen und Kandidaten der FWG versprechen: Wenn wir nach der Wahl am 6. März über eine entsprechende Mehrheit verfügen, werden wir die von der alten Stadtverordnetenversammlung getroffene Entscheidung auf den Prüfstand stellen. Und nach Möglichkeiten suchen, die Entscheidung zu ändern – damit schnellstens ein Kindergarten an einem Ort gebaut werden kann, der dafür besser geeignet ist.

 

Download: Dieser Text als pdf zum Ausdrucken. Hier klicken

Altparteien beschließen Kindergarten in Landesfeind’scher Scheune

Trotz teilweise hitziger Debatten in der Bürgerschaft, und entgegen der Beschlussvorlagen des eigens eingesetzten parlamentarischen Sonderausschusses sowie des Magistrats, wurde durch die Mehrheit der Altparteien gestern in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, den neuen Kindergarten in der „Landesfeind’schen Scheune“ in der Altstadt zu bauen. Die FWG hält das für eine krasse Fehlentscheidung: Es gibt nicht genügend Freiflächen, ein weiterer Ausbau wäre kaum möglich und die Verkehrssituation in den engen Altstadtgassen ist unakzeptabel. Wir dokumentieren hier die Rede von FWG-Fraktionsvorsitzendem Achim Jäger vor der Abstimmung:

***
„Um die gesetzliche garantierten Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen und Homberg als Wohnort für Familien weiterhin interessant zu gestalten, muss heute eine Entscheidung zur Schaffung neuer Kindergartenplätze getroffen werden. Wir Freien Wähler stimmen für den Neubau einer Kindertagesstätte in Homberg! Die aktuelle Kindergartensituation in Homberg ist dramatisch. Zur Zeit sind alle 445 Kindergartenplätze belegt. Bis zum Sommer liegen mehr als 60 zusätzliche Anmeldungen vor. Auch für das danach beginnende Kindergartenjahr fehlen bereits jetzt mehr als 40 Plätze, Tendenz steigend. Das ist das Ergebnis der Zahlen, die im Januar vom Jugendamt präsentiert wurden.
Es besteht dringender Handlungsbedarf für den
• Neubau eines vier- bis fünfgruppigen Kindergartens in der Kernstadt
• Für die Erweiterung bestehender Kindergärten in Mardorf, Hülsa, und Wernswig und
• Die sofortige Einrichtung einer naturnahen Kindergartengruppe (sogenannter Waldkindergarten)

In der Kernstadt kommen als mögliche Standorte ein Neubau am Stellberg (Kosten 2,55 Millionen Euro für vier Gruppen) und ein Umbau der Landesfeindschen Scheune in der Innenstadt (Salzgasse / Webergasse) in Betracht (Kosten 3,17 Millionen Euro). Wir Freien Wähler stimmen für einen Kindergartenneubau am Stellberg. Der am besten geeignete Platz für den Bau eines viergruppigen Kindergartens ist für uns die Freifläche unterhalb des Stellbergstadions. Dieser Standort bietet
• ausreichend Platz für freistehende Gebäude (Sonne und Licht),
• Platz für einen großzügigen Spiel- und Außenbereich,
• die Möglichkeit, Synergieeffekte mit der nahen Stellbergschule zu nutzen,
• ausreichend Parkplätze,
• eine entspannte Verkehrssituation und
• die Erweiterungsmöglichkeit für weitere Gruppen in der Zukunft.

Den möglichen Alternativstandort Landesfeindsche Scheune in der Innenstadt (Salzgasse / Webergasse) sehen wir als ungeeignet an. Die Ansiedlung einer Kindertagesstätte in einer alten Scheune wird nicht zu einer Belebung unserer Innenstadt führen. Bei der geplanten Größe ist die verkehrsgünstige Erreichbarkeit für Eltern und ein barrierefreier Zugang zum Außengelände wichtig. Ein Umbau der Landesfeindschen Scheune, der aufgrund der beengten Platzverhältnisse zweigeschossig sein müsste, könnte das nicht bieten. Sowohl die Treppen im Gebäude als auch die vom Kindergarten entfernt liegenden Freiflächen unterhalb des Schlossbergs sind ganz erhebliche Nachteile dieses Standorts mitten in der Altstadt. Darüber hinaus müsste mit deutlich höheren Kosten für die Stadt gerechnet werden. Das Verkehrsaufkommen in der Altstadt wird erheblich zunehmen. Parkplätze und Wendeplätze stehen nicht ausreichend zur Verfügung. Der Verkehr wird durch Wohn- bzw. Altstadtstraßen geführt.  Zudem lassen die vorgelegten Planungen zukünftig keine oder nur sehr erschwert Anpassungen an geänderte Rahmenbedingungen zu. Das gesamte Anwesen Landesfeind sollte einer einheitlichen Planung und adäquaten Nutzung zugefügt werden.

Im Vordergrund unserer Entscheidung sollte die optimale Platzauswahl zum Wohle der etwa 80 zu betreuenden Kinder und ihrer Familien stehen.

Erweiterung von Kindertagesstätten in den Stadtteilen

Bereits jetzt ist klar, dass der in der Kernstadt geplante Neubau bei weitem nicht ausreichen wird. Dringend erforderlich ist daher auch die Sicherung der in den Stadtteilen vorhandenen Kindergärten. Der Kindergarten Mardorf besteht bisher nur aus einer Gruppe und ist im Dorfgemeinschaftshaus untergebracht. Er hat nur eine vorläufige Betriebserlaubnis – als Vorgabe des Jugendamtes, des Brandschutzes und der Unfallkasse müssen in Mardorf erhebliche Umbauten erfolgen, wenn der Standort erhalten werden soll. Angesichts des dringenden Bedarfs dürfen wir es uns nicht leisten, auf den Kindergartenstandort Mardorf zu verzichten. Daher ist es sinnvoll, dass für Mardorf die Planung für einen zweigruppigen Kindergarten vorgenommen wird. Der neu zu errichtende Sanitärbereich sollte sich zwischen den Gruppenräumen befinden. Der zu schaffende Bewegungsraum ist nach Meinung der FWG als Mehrzweckraum vorzusehen, damit die Dorfgemeinschaft ihn zukünftig für Vereinsaktivitäten (z. B. Gymnastik) oder kleine Feierlichkeiten nutzen kann. Alle beabsichtigten Änderungen sind einvernehmlich mit dem Ortsbeirat festzulegen, da ein solcher Umbau die Aufgabe des Dorfgemeinschaftshauses in seiner heutigen Form bedeutet. Überschlägig ermittelt würde ein solcher Umbau ca. 450 T€ kosten. Baukosten- und Folgekostenberechnungen sind schnellstmöglich zu erstellen und dem Parlament als Entscheidungshilfe zur Verfügung zu stellen.

Zusätzlich sollte die Erweiterung des Kindergartenstandorts Hülsa von einem eingruppigen zu einem zweigruppigen und damit wesentlich wirtschaftlicherem Betrieb vorgenommen werden. Am bisherigen Kindergartenstandort stehen für eine Erweiterung ausreichend Flächen zur Verfügung. Auch eine Verlagerung des Kindergartens in die Nähe von Bewegungsbad und Haus des Gastes erscheint möglich. Zusammen mit dem Ortsbeirat sollten beide Varianten schnellstmöglich geprüft werden.

Errichtung eines naturnahen Kindergartens (Waldkindergarten)

Zur Abmilderung bestehender Engpässe sollte als Sofortmaßnahme kurzfristig eine naturnahe Kindergartengruppe eingerichtet werden. Aus Sicht der FWG ist die Einrichtung als Vormittagsbetreuung im Bereich der Kindertagesstätte Wernswig sinnvoll. Entsprechende Planungsunterlagen sind seit 2013 vorhanden und müssen lediglich aktualisiert werden, so dass einem Start zum Beginn des Kindergartenjahres 2016/2017 nichts im Wege stehen würde. Positiver Nebeneffekt der Einrichtung des Waldkindergartens ist die Stärkung des Kindergartenstandorts Wernswig. Kinder der naturnahen Gruppe können nachmittags im Kindergarten betreut werden. Die Ganztagesbetreuung in Wernswig würde somit erheblich wirtschaftlicher, der Standort langfristig gesichert.

Fest steht, dass etwas passieren muss!

Die FWG stimmt für einen Kindergartenneubau in Homberg, für eine Erweiterung des Kindergartenstandorts Mardorf und für die sofortige Einrichtung eines Waldkindergartens. Hinsichtlich der Standortortentscheidung für den Neubau in Homberg sind wir überzeugt: Unsere Entscheidung für die Fläche am Stellbergstadion stellt das Wohl der Kinder, ihrer Eltern und auch die Anforderungen an die Betreuungskräfte in den Vordergrund und ist darum die bessere Wahl.
Für eine nachhaltige Belebung der Altstadt und insbesondere des Quartiers Marktplatz-Ost bedarf es mehr als die Ansiedlung einer Kindertagesstätte.
Hier bedarf es keiner bruchstückhaften Entscheidungen sondern eines Gesamtkonzepts, an dem wir gerne mitarbeiten.“

FWG begrüßt Kindertagesstätte am Stellbergstadion

Die Freie Wählergemeinschaft Homberg (Efze) befürwortet den vom Sonderausschuss „Neubau einer Kindertagesstätte“ am vergangenen Mittwoch mit knapper Mehrheit beschlossenen Neubau am Stellberg. Der am besten geeignete Platz für den Bau eines viergruppigen Kindergartens ist die Freifläche unterhalb des Stellbergstadions, so der Fraktionsvorsitzende Achim Jäger. Dieser Standort bietet ausreichend Platz für freistehende Gebäude (Sonne und Licht), einen großzügigen Spiel- und Außenbereich und die Möglichkeit, Synergieeffekte mit der nahen Stellbergschule zu nutzen. Für die Fläche sprechen außerdem die ausreichend vorhandenen Parkplätze, eine entspannte Verkehrssituation und die Erweiterungsmöglichkeit für weitere Gruppen in der Zukunft, ergänzt Ausschussmitglied Dietmar Groß.

Als völlig einseitig bewertet die FWG die Auffassung, dass der Kindergartenbau in einer innerstädtischen Scheune zu einer Belebung der Innenstadt führen könne. Im Vordergrund einer Entscheidung muss die optimale Platzauswahl zum Wohle der etwa 80 zu betreuenden Kinder und ihrer Familien stehen. Bei dieser Größe ist die verkehrsgünstige Erreichbarkeit für die Eltern und ein barrierefreier Zugang zum Außengelände wichtiger. Ein Umbau der Landesfeindschen Scheune, der aufgrund der beengten Platzverhältnisse zweigeschossig sein müsste, könnte das nicht bieten. Sowohl die Treppen im Gebäude als auch die vom Kindergarten entfernt liegenden Freiflächen unterhalb des Schlossbergs sind ganz erhebliche Nachteile dieses Standorts mitten in der Altstadt. Darüber hinaus müsste mit deutlich höheren Kosten für die Stadt gerechnet werden.

Die FWG ist überzeugt: Unsere Entscheidung für die Fläche am Stadion stellt das Wohl der Kinder, ihrer Eltern und auch die Anforderungen an die Betreuungskräfte in den Vordergrund und ist darum die beste Wahl.

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