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erneuerbare Energien

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FWG fordert: Energiekonzept Homberg (Efze) 2022

In der Stadtverordnetenversammlung am 10.11.2011 stellt die Freie Wählergemeinschaft Homberg (Efze) ihren Antrag „Energiekonzept Homberg (Efze) 2022“ zur Abstimmung.

Die vielfältigen Diskussionen der vergangenen Wochen haben gezeigt: Bei der von der Bundesregierung beschlossenen Umstellung der Energieerzeugung auf klimaneutrale Quellen ist die aktive Mitwirkung der Kommunen unabdingbar. Das werden auch die Ergebnisse des demnächst zu erwartenden Energiegipfels der hessischen Landesregierung bestätigen.

Um eine zügige Umsetzung dieser breit getragenen energiepolitischen Zielsetzungen  in Homberg (Efze) zu erreichen, wünscht sich die FWG ein entschiedenes Engagement der städtischen Gremien und der Kraftstrombezugsgenossenschaft (KBG). Gerade die Mitwirkung der KBG ist erforderlich, da sie seit Jahren erfolgreich unter Beweis stellt, dass sie zum Wohle der Homberger Bevölkerung arbeitet und daher bestens als Mitinitiator eines kommunalen Energiekonzepts geeignet ist.

Die Fraktion der FWG Homberg (Efze) beantragt daher:

Die Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt Homberg(Efze) möge beschließen, den Magistrat der Kreisstadt Homberg (Efze) zu beauftragen, in Zusammenarbeit mit der Kraftstrombezugsgenossenschaft Homberg (Efze) ein „Energiekonzept Homberg 2022“ für die Stadt und ihre Stadtteile zu erarbeiten und der Stadtverordnetenversammlung bis zum 1.April 2012  zur Beschlussfassung vorzulegen.

Das „Energiekonzept Homberg 2022“ sollte folgendes beinhalten:

  • die Bestandsaufnahme/-abschätzung des privaten, gewerblichen und öffentlichen Energieverbrauchs
  • die Ermittlung von wirtschaftlich sinnvollen Energiesparpotentialen
  • die Definition von Energiesparzielen
  • die Erarbeitung von Vorschlägen zur Reduzierung des Energieverbrauchs (z.B. finanzielle Anreize)
  • die Abschätzung von Potentialen zur wirtschaftlichen Nutzung erneuerbarer Energiequelle (Windkraftpotentiale, PV-Potentiale, Geothermiepotentiale, Biomassepotentiale u.a.)
  • die Erarbeitung von Zielen zur Erzeugung regenerativer Energien
  • die Erarbeitung von Beteiligungsformen für Bevölkerung und Ortsbeiräte an Planung und Realisierung des Energiekonzepts Homberg 2022

Begründung:

  1. Nach der Atomkatastrophe in Japan  im Frühjahr 2011 ist der Verzicht auf Atomkraftwerke und die Umstellung der Energieerzeugung auf klimaneutrale Quellen von der Bundesregierung beschlossen worden und wird von einer breiten Mehrheit in den Parlamenten und in der Bevölkerung unterstützt. Bis 2022 sollen bundesweit alle Atomkraftwerke stillgelegt werden.
  2. Die wichtigste Maßnahme zur sog. „Energiewende“ ist die Energieeinsparung. Des halb müssen auf der kommunalen Ebene wirtschaftlich sinnvolle Energiesparpotentiale ausgelotet werden, um daraus letztlich auch regionale Energieerzeugungsziele ableiten zu können. Gemeinsam mit dem ortsansässigen Energieversorger KBG muss auch darüber beraten werden, ob und wie Energiesparprogramme von Bund und Land auf kommunaler Ebene (über das bestehende Angebot hinaus) durch Beratung und finanzielle Unterstützung gefördert werden können.
  3. Aus der Abschätzung von Energiesparzielen soll auf kommunaler Ebene ein Energieerzeugungsplan erarbeitet werden, der insbesondere auf die wirtschaftliche  Erschließung erneuerbarer Energiequellen abzielt.
  4. Die regenerative Energieerzeugung soll nach bundespolitischen Vorgaben bis 2022 auf mindestens 35 % ausgebaut sein, mittelfristig (2050) sogar auf 80%. Diese bundespolitische Zielsetzung muss notwendigerweise im ländlichen Raum deutlich höhere Erzeugungsquoten (im Verhältnis zum Verbrauch) aufweisen, um den Energiebedarf der Ballungsregionen zu decken. Z.B. 100% Strom aus erneuerbaren Energiequellen (rechnerisch) für Homberg bis 2022 ist deshalb ein gesamtgesellschaftlich realistisches Ziel.
  5. Dabei ist von Bedeutung, dass zur langfristigen Absicherung der Energieversorgung (über den Zeitrahmen der Einspeisevergütung nach EEG hinaus) ein Energiemix gewährleistet sein muss, der die witterungsbedingten Schwankungen, insbesondere bei Wind und PV, so weit wie möglich ausgleicht.
  6. Windenergie muss in dieser energiepolitischen Konzeption die zentrale Rolle einnehmen. Moderne Windkraftanlagen können inzwischen auch in Mittelgebirgslagen wirtschaftlich betrieben werden und  die Hauptlast der regenerativen Energieversorgung tragen. Hier hat die Stadt Homberg erheblichen Nachholbedarf.
  7. Bei der anstehenden Überarbeitung  des Flächennutzungsplans müssen deshalb mit besonderer Dringlichkeit zusätzliche Sonderbaugebiete für Energienutzung nach fachlichen Eignungskriterien geprüft und ausgewiesen werden.
  8. In diesen Prozess müssen die Ortsbeiräte und weitere gesellschaftliche Gruppen (Naturschutzverbände) aktiv eingebunden werden.
  9. Viele Praxisbeispiele zeigen, dass die dezentrale Energieerzeugung neben grundlegenden Sicherheits- und Umweltvorteilen auch deutliche Beiträge zur Verbesserung der Wertschöpfung im ländlichen Raum bringt. Es muss daher Ziel der Kommunalpolitik sein, die Erträge aus der Verpachtung von Flächen sowie der Errichtung und dem Betrieb der Anlagen soweit wie möglich „vor Ort“ zu halten. In enger Kooperation mit der KBG und den örtlichen Banken sollten deshalb Formen der Bürgerbeteiligung (z.B. Energiegenossenschaften) entwickelt und umgesetzt werden.

 

gez. Achim Jäger                                        gez. Dietmar Groß

(Fraktionsvorsitzender)                               (FWG AG Erneuerbare Energien)

 

Download: Energiekonzept 2022 05.11.2011

 

Ohne Windkraft keine Energiewende

 „Wenn wir die Energieversorgung in Zukunft  sicher und ohne Atomstrom gewährleisten wollen, wird Windkraft im Binnenland den größten Anteil einnehmen müssen“, erklärte Lars Rotzsche vom  Bundesverband Windenergie bei einer Informationsveranstaltung der Freien Wählergemeinschaft Homberg am 6. Oktober in Caßdorf. Die Kommunalpolitik stehe deshalb in der Verantwortung,  baurechtliche Voraussetzungen für den Ausbau der Windkraft zu schaffen und zugleich die Akzeptanz in der Bevölkerung zu verbessern. Damit die Menschen in der Region diese Technologie akzeptieren, empfahl der Referent  eine transparente Informationspolitik und eine aktive Bürgerbeteiligung.
„Die Bürger müssen davon überzeugt werden, dass jede Form der Stromerzeugung ihren Tribut fordert“, so Rotzsche vor dem nicht nur mit FWG-Mitgliedern gut gefüllten Saal. Wer Strom aus der Steckdose beziehen,  aber Windkraftanlagen nicht vor seinem  Fenster sehen will, müsse sich klar machen: jede Energieform bedeutet Landschaftsverbrauch – und meistens noch viel schlimmer als nur optisch-ästhetisch. Rotzsche wies hin auf die riesigen Braunkohlelöcher, die der Tagebau etwa in der Lausitz hinterlassen habe, oder das Risiko von Atomkraftwerken. Nach Fukoshima  dürfe diese egoistische Sichtweise nicht mehr akzeptiert werden.
Die Energieversorgung klimaneutral  zu rekommunalisieren sei nicht nur eine Frage der moralischen Verantwortung, sondern auch eine wirtschaftliche Chance für die Kommunen und ihre Bürger, berichtete der Fachmann von den Erfahrungen anderer Kommunen. Sowohl die Verpachtung der Standorte als auch der Betrieb der Anlagen könne erhebliche Einnahmen für die Menschen im ländlichen Raum bringen.
Unbedingt vermieden werden sollte, dass hinter den Kulissen der Politik Standort- und Investitionsentscheidungen gefällt werden, die vor Allem  anonymen Investoren dienen.
Es gebe inzwischen eine Vielzahl von Beispielen, wie die Kommune, einzelne Dörfer  bzw. Bürgergemeinschaften einen vielfachen Nutzen aus der Windkraft ziehen können:  umweltverträglicher Strom zu akzeptablen Preisen in rekommunalisierten Stromnetzen und zusätzlich eine Rendite aus dem Anlagenbetrieb.
Abschließend machte Rotzsche den Zuhörerinnen und Zuhörern, zu denen außer von der FWG auch Stadtverordnete von CDU, SPD und Grünen gehörten, Mut: Homberg  sei mit dem lokalen, genossenschaftlich organisierten Stromversorger KBG sehr gut aufgestellt, um Windkraftanlagen in diesem Sinn erfolgreich zu installieren.
Download: Vortrag von Dipl.-Ing. Lars Rotzsche (9 MB!)

6. Oktober: Chancen der Windkraft

Gespräch mit Lars Rotzsche, Bundesverband Windenergie

Donnerstag, 6. Oktober, 20 Uhr

Achtung, Ort geändert: jetzt Gasthaus Sechtling, Caßdorf

Auf Einladung der Freien Wählergemeinschaft Homberg spricht Lars Rotzsche vom Bundesverband Windenergie über Chancen zur Nutzung der Windkraft in unserer Region.

Diese Energieform wird nach dem Aus für Atomkraftwerke mittelfristig den wesentlichsten Beitrag zur einer nachhaltigen Stromerzeugung leisten müssen. Deshalb ist es erforderlich, dieses Thema in der Homberger Kommunalpolitik zu behandeln.

Neben technischen und wirtschaftlichen Fragen wird der Referent auch der Frage nachgehen, wie in der Bevölkerung eine möglichst hohe Akzeptanz für Windkraftanlagen geschaffen werden kann.

Herzlich willkommen zu dieser interessanten Gesprächsrunde – die Teilnahme ist (natürlich) kostenfrei.

 

Interessanter Link: www.naturkraft-region.de

 

FWG Homberg (Efze) begrüßt Windkraft-Initiative der nordhessischen Energieversorger

Pressemitteilung der Freien Wählergemeinschaft Homberg (Efze); FWG

Die FWG Homberg (Efze) begrüßt die Initiative des nordhessischen Energieverbundes SUN, dem auch die Homberger KBG angehört, in Nordhessen 250 Windkraftanlagen zu installieren. „Wir gehen davon aus, dass auch auf Homberger Flächen in den nächsten Jahren Windkraftanlagen gebaut werden müssen, wenn wir ernst machen wollen mit dem Ausstieg aus der Atomkraft und der vorrangigen Sicherung der Stromversorgung mit regionalen Energiequellen “, erklärt Günter Koch, Vorsitzender der FWG. Voraussetzung für eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung ist allerdings, dass sich Windräder nicht nur über unseren Köpfen drehen, sondern auch einen größtmöglichen wirtschaftlichen Nutzen für die Homberger Bevölkerung bringen. Deshalb muss die Bevölkerung von Beginn an über die Anlagenplanung informiert werden. „Wir wünschen uns  bei dieser Aufgabe ein entschiedenes Engagement der KBG. Sie stellt seit Jahren erfolgreich unter Beweis, dass sie zum Wohle der Homberger Bevölkerung arbeitet und ist daher bestens als Mitinitiator und Mitbetreiber eines kommunalen Windparks geeignet“, sagt Koch.

„Die Fraktion der FWG wird sich im Stadtparlament dafür einsetzen, dass auf geeigneten städtischen Flächen Baurecht mit entsprechenden Vorgaben geschaffen wird. Außerdem wird die FWG entschieden dafür eintreten,  dass in der Bevölkerung Vertrauen in den Bau und Betrieb dieser gesellschaftlich notwendigen Energieanlagen entsteht“, erklärt Achim Jäger, Fraktionsvorsitzender der FWG im Homberger Stadtparlament.

gez.  Günter Koch, Vorsitzender FWG Homberg (Efze)

gez. Achim Jäger, Fraktionsvorsitzender FWG Homberg (Efze)

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