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Einkaufszentrum

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Fake: Bauzäune zeigen Häuser, die es nicht geben wird

„Die beiden Gebäude an der Kasseler Straße werden nicht gebaut, stattdessen bleibt eine große Lücke zum freien Parkplatz“: Das war eine der Botschaften, die die Projektentwickler der Firma Schoofs bei einer öffentlichen Ausschuss-Tagung am 28. Mai in der Homberger Stadthalle zu verkünden hatten. Demnach hatte die Sparkasse mitgeteilt, auf den ursprünglich geplanten Anbau zu verzichten. Und die Schoofs-Gruppe wollte den von ihr geplanten Würfel nicht bauen, da es dafür keine Mieter gäbe. Das Ergebnis ist, dass es zwischen der jetzigen Sparkasse und der Spielhalle eine große offene Lücke geben wird. Städtebaulich eine Katastrophe, denn zukünftig sieht man von der Kasseler Straße aus nur eine große Parkplatzfläche mit einem Aldi-Markt in der Ecke.

Parkplatzzufahrt

So soll es tatsächlich aussehen: Parkplatz statt Häuserfront (Präsentation Schoofs am 28. Mai)

Die Stadtverordnetenversammlung wollte sich mit dieser Baulücke nicht zufrieden geben und forderte den Magistrat auf, mit der Schoofs-Gruppe in Verhandlungen zu treten, die Straßenfront doch wie im städtebaulichen Vertrag vereinbart zu schließen (Sitzung vom 14. Juni 2018). Sofern ein Bau nicht sofort möglich ist soll das Einkaufszentrum im Kellerbereich so konstruiert werden, dass doch wenigstens später noch eine Bebauung möglich wäre.

Am 15. Oktober wurde der Bauauschuss darüber informiert, dass die Sparkasse statt des ursprünglichen Anbaus nun ein container-artiges Gebäude bauen will.

Kiste der Sparkasse

Aktuelle Planungen der Sparkasse (Präsentation am 15. Oktober)

Über das zweite, fehlende Gebäude gibt es noch keine Klärung. Umso überraschender also, dass die von Schoofs aus dem Plan gestrichenen Gebäude nun wieder auf den Bauzäunen entlang der Kasseler Straße auftauchen. Hat es eine Einigung gegeben, werden die Gebäude doch gebaut? Gibt es doch kein großes Loch an der Kasseler Straße? Oder verwendet Schoofs auf seinen Bauzäunen alte Bilder, die gar nicht mehr der aktuellen Planung entsprechen? Das wäre dann eine bewusste Täuschung von Parlament und Öffentlichkeit.

 

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Das, was dort nach derzeitigem Stand tatsächlich geplant ist, ist öffentlich zugänglich im „Ratsinformationssystem“ der Stadt Homberg:

Präsentation der Fa. Schoofs am 28. Mai: Aktueller Planungsstand (Powerpoint als pdf)

Beschluss Stavo 14. Juni: „Zielorientierte Verhandlungen hinsichtlich der Gestaltung entlang der Kasseler Straße“

Bauausschuss 15. Oktober: Planungen der Sparkasse (Powerpoint als pdf)

 

Pure Geldverschwendung: Umbau der Ziegenhainer Straße ist unnötig und schädlich

Der vom Magistrat beschlossene Umbau der oberen Ziegenhainer Straße ist nicht nur eine unnötige Geldverschwendung, er würde sogar schweren Schaden für die anliegenden Geschäfte bedeuten. Die Freie Wählergemeinschaft lehnt die vorliegenden Pläne daher komplett ab:

1. Es gibt keinen Grund für irgendwelche Baumaßnahmen in diesem Bereich

Die Fahrbahn ist vollkommen in Ordnung, es stehen keine grundhaften Sanierungsarbeiten an, weder der Bau des Kreisverkehrs noch der mögliche Bau eines Einkaufszentrums im „Ulrich Areal“ machen einen Straßenumbau nötig. In den der Stadtverordnetenversammlung für die Sitzung am 11. Mai vorliegenden Unterlagen wird nicht ein einziger Grund genannt, weshalb die Ziegenhainer Straße im Bereich zwischen Bindeweg und Kreisverkehr neu gestaltet werden sollte. Und trotzdem liegen weitreichende Umbaupläne vor. Alles schickimicki. Aber der Bürgersteig vor dem geplanten Einkaufszentrum wird 10 cm schmaler, und die im Magistrat diskutierte Frage ob die Straße gepflastert oder geteert wird führt völlig am Thema vorbei.

ziegenhainerstrasse

Wir haben nachgemessen: Von der Hauskante bis zur Fahrbahn sind es jetzt 7,75 Meter. Geplant sind maximal 7,66 Meter, inklusive einer Baumreihe

Dafür ist von Kosten für die Stadt in Höhe von 231-tausend bis 313-tausend Euro die Rede und Beiträgen für die Anlieger von 190-tausend Euro. Die FWG meint: Statt eine völlig intakte Straße aufzureißen und neu zu bauen sollte die Stadt lieber den Straßenbau an anderen Stellen unserer Stadt ordentlich zu Ende bringen, etwa in Relbehausen und Mörshausen. Viele Straßen vor allem in den Ortsteilen wären dringender instandzusetzen als die Ziegenhainer Straße.

2. Der Wegfall von Parkplätzen schadet den Läden in der Nachbarschaft

Mit dem Umbau der Straße ist der Wegfall sämtlicher Parkplätze in diesem Bereich geplant. Dabei ist bereits beschlossen, dass, sollte das geplante Einkaufszentrum jemals gebaut werden, die beiden der Sparkasse gehörenden Parkplätze sowie die derzeitigen Parkplätze entlang der Kasseler Straße wegfallen. Das bedeutet im Ergebnis: Es wird zukünftig keinen einzigen Parkplatz mehr im Umfeld des Kreisverkehrs geben. Der neue Lebensmittelladen an der Ecke zur Freiheit, das Café, das Versicherungsbüro, die Sparkasse, die Wurstbox, der Bäcker, das Schreibwarengeschäft und das gesamte Sauer Einkaufszentrum hätten nichteinmal mehr Stellplätze für ihren Lieferverkehr, geschweige denn für Kunden. Nachdem bereits jetzt in der Altstadt dramatische Ladenschließungen zu beobachten sind wird nun auch noch den verbleibenden Geschäften rund um die Drehscheibe das Leben schwer gemacht. Übrig bleibt einzig die große Parkplatzfläche am neuen Einkaufszentrum, die sich im privaten Besitz befindet und dem Zugriff der Stadt entzogen ist.

3. Und wenn überhaupt, dann doch nicht jetzt!

Auch wenn bisher noch nichts Sichtbares passiert ist: Seit Monaten liegt Baurecht vor und es könnte nach wie vor sein, dass auf dem „Ulrich Areal“ ein Einkaufszentrum gebaut wird. Das bedeutet, dass Homberg die größte Baustelle seit dem Bau der Stadtkirche bevorsteht. In dieser Situation die umliegenden Straßen schön und chic zu machen, bevor dann monatelang Baufahrzeuge darüber fahren, wäre komplett unsinnig. Wenn also überhaupt irgendetwas an der Ziegenhainer Straße umgebaut werden sollte, dann doch nicht jetzt, sondern erst kurz bevor das Einkaufszentrum fertig ist.

Die FWG lehnt den geplanten Umbau der Ziegenhainer Straße ab. Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund dafür, an dieser Stelle viel Geld auszugeben.

 

Quelle bei http://www.homberg-efze.eu: > Unterlagen der Stadtverordnetenversammlung (TOP 8, ab Seite 47). Auf Seite 52 findet sich ein detaillierter Plan.

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DOKUMENTATION

Redebeitrag von Christian Utpatel für die Fraktion der FWG in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 11. Mai 2017:

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen Stadtverordnete, liebe Gäste,

wir von der FWG sehen nach wie vor keinen Grund, warum die obere Ziegenhainer Straße überhaupt umgebaut werden sollte. Die Straße ist intakt, die notwendigen Umbauten am Kreisverkehr und vielleicht auch an der Kasseler Straße beeinflussen diesen Abschnitt der Ziegenhainer Straße nicht. Statt aus purer Schönheit so viel Geld auszugeben wäre der Straßenbau an vielen anderen Stellen insbesondere in den Dörfern und Stadtteilen weitaus wichtiger. Aber ich will unsere Begründung hier nicht weiter im Detail ausbreiten. Was wir dazu zu sagen haben lässt sich auf unserer Webseite http://www.fwg-homberg.de nachlesen.

Wir haben in dieser Woche im Bauausschuss und im HaFi ausführlich über das Projekt diskutiert. Und wir haben auch nochmal genau zugehört und gestern in der Fraktion ausführlich darüber gesprochen. Dabei haben wir jetzt auch gehört welche Argumente für den Umbau genannt werden. Selbstverständlich ist es uns wie allen anderen ein Anliegen, dass das Einkaufszentrum, wenn es denn mal gebaut ist, auch gut mit dem Umfeld und dem Gewerbe in der Nachbarschaft verbunden wird. Aber der Vergleich mit der Frankfurter Zeil, den der Bürgermeister im Ausschuss gezogen hat, überzeugt nicht. Wenn es um die optische Anbindung an die Altstadt geht: Das Gehwegpflaster, das wir im Moment hier haben, ist auch nicht so viel hässlicher als das auf der Zeil, jedenfalls nicht so dass es den Menschen die Kauflust nehmen würde. Außerdem, und da hat der Kollege Jütte im Hafi zurecht drauf hingewiesen, fehlen hier im Unterschied zur Zeil die Straßenbahn und auch die S-Bahn. Wenn die derzeit vorhandenen Parkplätze durch die Haltestelle eines Stadtbusses ersetzt werden würden, der zuverlässig und regelmäßig fährt: wunderbar. Aber das ist nicht der Fall. Und wir sind hier auch nicht in Hamburg und nicht in Berlin. Zu unserer Realität gehört es dass Menschen mit dem Auto kommen, auch wenn sie nur mal eben eine Stracke aus Jäger’s Wurstbox holen wollen. Übrigens sieht der vorliegende Bauplan nichteinmal  Radwege vor und selbst sogenannte „Schutzstreifen“, auf der Fahrbahn markierte Seitenlinien für Radfahrerinnen und Radfahrer, erfordern eine Mindestbreite der Fahrbahn von 7 Metern wie wir kürzlich in der AG Verkehrsplanung gelernt haben – selbst dafür ist die hier geplante Fahrbahn zu schmal. Die vorgelegten Umbaupläne bringen uns also überhaupt nicht weiter, kosten nur Geld und sind eher schädlich statt nützlich.

Zugegebenermaßen ist die jetzt vorliegende Beschlussvorlage, die das Ergebnis der Gespräche in den Ausschüssen in dieser Woche ist, ein kleiner Schritt in die richtige Richtung: wenigstens ein Teil der Parkplätze wird wiederhergestellt, und auch der Straßenbelag bleibt Asphalt. Allerdings verringern diese Vorschläge den Unterschied zum Ist-Zustand dann wiederum so sehr, dass man erst recht nicht begründen kann, warum man dann nicht einfach alles so lässt wie es ist.

Viel schwerwiegender aber ist die Frage, warum die Straße überhaupt jetzt umgebaut werden soll. Der Straßenumbau hängt zusammen mit den Planungen, auf dem Ulrich Areal ein Einkaufszentrum zu bauen. Wir sind in einem Prozess wo wir Zug um Zug in Zusammenarbeit mit dem Investor das Umfeld entwickeln wollen. Alles hängt ab vom Fortgang der Projektentwicklung. Ich möchte gar nicht spekulieren ob und warum es beim Bau des Einkaufszentrums Verzögerungen gibt. Offenkundig aber wird dort noch kein Einkaufszentrum gebaut. Davon hängt aber alles ab. Zug um Zug mit dem Projektentwickler das Umfeld zu entwickeln heißt nun: Erstmal muss beim Projektentwickler erkennbar sein, dass etwas passiert – vorher sind außer am Kreisverkehr, dessen Nutzen unbestritten ist, alle weiteren Umbauten rund um das Ulrich Areal gegenstandslos. Um nun aber irgendwie voranzukommen und damit wir uns der Sache nicht vollkommen verweigern, stellt die FWG folgenden Antrag:

„Die im Tagesordnungspunkt 8 beschriebene Entscheidung wird verschoben bis die Projektentwicklung so weit fortgeschritten ist, dass wir sicher davon ausgehen können, dass das durch die Schoofs-Gruppe projektierte Einkaufszentrum im „Ulrich Areal“ auch tatsächlich gebaut wird.“

 

Dieser Antrag wurde von der Mehrheit der Stadtverordneten abgelehnt. Stattdessen erhielt ein anderer Antrag die Mehrheit, durch den das Thema zunächst abgesetzt und auf die nächste Stavo verschoben wird. Ein Teilerfolg für die FWG: Wenigstens ist erstmal etwas Zeit gewonnen für weitere Gespräche. Nun kommt es darauf an, dass auch die Bevölkerung ihren Stadtverordneten mitteilt, was sie von dem Projekt hält. [CU]

EKZ Drehscheibe: Man hätte mehr daraus machen müssen

Die FWG ist nicht gegen den Bau eines Einkaufszentrums. Aber sie ist der Meinung, dass das Projekt so, wie es jetzt beschlossen ist, große Gefahren für die Stadt birgt: „Man hätte mehr daraus machen können.“ Daher hat die Fraktion der FWG bei der Abstimmung nicht grundsätzlich dagegen gestimmt, konnte den Plänen aber auch nicht vorbehaltlos zustimmen – und hat sich darum enthalten. Warum die FWG dieser Meinung ist hat der Stadtverordnete Christian Utpatel in einer Rede bei der Stadtverordnetenversammlung am 14. Juli erläutert:


Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, verehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Hombergerinnen und Homberger!

So viel Einigkeit war selten! So viel Einigkeit war selten in Bezug auf eine Entwicklungsmaßnahme in der Innenstadt. Natürlich sind wir uns alle einig, dass es kein Dauerzustand sein kann, wenn ein ehemaliges Autohaus mitten in der Innenstadt leer steht. Natürlich sind wir uns einig, dass da etwas geschehen muss, dass da etwas gebaut werden muss, was dann unsere Stadt verändern wird. Und natürlich sind wir uns auch einig, dass in unserer Altstadt etwas geschehen muss. Schon lange macht uns die Altstadt Sorgen, aber gerade in den letzten Wochen sind doch vermehrt Schließungen und Verkleinerungen bei alteingesessenen Geschäften erkennbar geworden. Und weitere sind angekündigt, auch im Bereich der Gastronomie. Natürlich sind wir uns einig, dass es so nicht weiter gehen kann und dass dringend etwas geschehen muss.

Denn, und darauf dürfen wir hier in Homberg durchaus stolz sein: Noch haben wir sie, die kleinen, inhabergeführten Geschäfte, hinter denen immer auch eine Familie steht. Was andere Städte schon längst verloren haben hat in Homberg noch Tradition. Mitunter seit Generationen, aber in beachtlichem Maße auch als Neugründungen in den vergangenen Jahren. Noch haben wir Menschen, die in Geschäfte, Lokale, aber z.B. auch Pensionen und Ferienwohnungen in der Altstadt investieren. Und wir sind uns alle einig, dass dies ein Schatz ist den es zu pflegen und zu bewahren, und am besten sogar noch zu mehren gilt.

Die Frage, die wir nun zu beantworten haben ist aber: Hilft es angesichts dieser Situation, an den Rand der Altstadt ein Einkaufzentrum zu bauen? Wir Freien Wähler meinen: Man hätte mehr daraus machen können. Wir sind betrübt, dass die Stadt die Chancen, die dieses Gelände geboten hätte, nur teilweise genutzt hat. Warum diese einseitige Festlegung auf eine einzige Nutzung, auf „Einkaufen“? Die Bürgerinnen und Bürger, die am 30. Juni 2015, vor gerade einmal einem Jahr, am ersten sogenannten Bürgerworkshop in der Stadthalle teilgenommen haben, hatten da mehr Fantasie: Moderne, auch seniorengerechte Wohnungen. Ein Ort für Kunst und Kultur. Vielleicht sogar ein Hotel. Solche Nutzungen hätten sich kombinieren lassen mit einem Supermarkt im Kellergeschoss, so wie er jetzt gebaut werden soll. Aber eben nicht alleine, sondern mit anderen Nutzungsformen kombiniert, als lebendiges Quartier das sich harmonisch in die vorhandene Stadtstruktur einfügt, das die gewachsenen Strukturen ergänzt, wo Wohnen, Erleben und Einkaufen zugleich möglich sind.

Nun also ein schnödes Einkaufszentrum mit 08/15 Supermärkten die es überall sonst auch gibt. Die zum einen vielen der inhabergeführten Betriebe das Leben schwer machen werden, zugleich aber kaum neue Kaufkraft anziehen, weil es letztlich eben doch keine tolle Shoppingwelt, sondern nur Supermärkte geben wird. Eine Einkaufskultur, die andernorts längst wieder „out“ ist. Gerade in der letzten Woche hat der „Spiegel“ darüber berichtet, wie in den USA die Malls geschlossen und durch offene Einkaufsstraßen mit Tageslicht und frischer Luft ersetzt werden.

Und warum überhaupt diese Festlegung auf „Supermärkte“? Weil die Stadt es versäumt hat, rechtzeitig selber Initiative zu ergreifen. Statt, wie schon vor zwei Jahren von der FWG gefordert, rechtzeitig einen Entwicklungsplan zu erstellen, hat man zugesehen wie der private Grundstückseigentümer die Entscheidung für einen einzigen Investor gefällt hat. Und wie damit auch der private Grundstückseigentümer die Entscheidung darüber gefällt hat, wie ein zentrales Filetstück unserer Stadt gestaltet werden soll.

Es ist an der Zeit, dass wir die Entwicklung unserer Stadt selber bewusst gestalten. Wir müssen endlich weg vom Kleinklein, bei dem viel Steuergeld ausgegeben, aber nichts wirklich verändert wird. Hier ein Haus gekauft, dort eins verkauft, hier ein Museum hin, dort die Stadtbibliothek weg, dafür leerstehende Läden gekauft und zusehen, wie fremde Investoren Einkaufszentren bauen. Andere Städte und Gemeinden machen uns vor, wie es besser geht. Es ist an der Zeit, dass wir selber, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, einen langfristigen Plan entwickeln, wie Homberg mit der Kernstadt und den dazugehörigen Dörfern und Ortsteilen einmal aussehen soll. Was wir brauchen sind langfristige Konzepte und Planungen, weit über den Zeitraum einer Legislaturperiode, und weit auch über die privaten Interessen einzelner Investoren und Grundstückseigentümer hinaus.

Die Freien Wähler haben die Planungen an der Drehscheibe immer kritisch begleitet. Wir sind sehr skeptisch, ob dieses Einkaufszentrum wirklich zur notwendigen Belebung der Innenstadt beiträgt, oder ob es nicht vielleicht sogar der letzte Sargnagel für die Altstadt ist. Indem der Zentrale Versorgungsbereich auf das neue EKZ ausgedehnt wird ist dort in Zukunft alles möglich. Lang ist die Liste der Branchen, die durch das neue Zentrum Konkurrenz bekommen werden. Um nur das aktuellste Beispiel zu nennen: Gerade kürzlich hat der REWE-Markt die Postagentur aus der Altstadt übernommen. Wenn daraus im neuen Zentrum ein richtiger Ladenbereich geworden ist können wir die Tage zählen, bis die Post in ihrem angestammten Gebäude zu macht. Und dasselbe gilt für viele andere Sortimente, von Parfümerie und Drogerie über Uhren und Schmuck bis hin zum Reisebüro.

Nun könnte man sagen, dass es alleine Angelegenheit der privaten Investoren sei, was sie wo bauen. Das stimmt aber nicht. Denn was geschieht, wenn dieses Einkaufzentrum gar nicht funktioniert? Wenn sich die Erwartungen nicht erfüllen? Was geschieht, wenn sich REWE irgendwann zurückzieht, der Rest des Zentrums aber ohne REWE auch nicht funktioniert? Dann sind die letzten Reste privaten Gewerbes in der Altstadt zerstört, und zugleich steht hier ein großer leerer Betonklotz. Dann wird es sich rächen, dass der Bau nur auf eine einzige Nutzung zugeschnitten ist. Die Investoren sind dann längst weg, das Gebäude gehört irgendeinem Immobilienfonds den es herzlich wenig interessiert, wie es in der Homberger Altstadt und ihrem Umfeld zugeht. Aber wir, und unsere Kinder, wir wollen hier auch in 15 und 20 Jahren noch leben. Darum ist es sehr wohl unsere Aufgabe, auch einen kritischen Blick auf die Versprechungen zu richten.

Und da sind noch viele Fragen offen. Zu viele. So ist zum Beispiel nach wie vor unklar, ob denn tatsächlich „Aldi“ an die Drehscheibe kommt. Es ist immer gesagt worden, dass es nur zu stadtinternen Umverlagerungen kommen würde. Noch bei der letzten Infoveranstaltung am 26. April hat Herr Tischler für die Firma Schoofs zugesagt, dass es vor der Entscheidung des Parlaments dazu eine definitive Aussage geben wird. Diese Information liegt bisher nicht vor. Es wäre aber entscheidend für die Funktionsfähigkeit des Zentrums, dass ein Frequenzbringer kommt der seine Stammkundschaft mitbringt. Der Umzug von Aldi muss also Voraussetzung sein für das Einkaufszentrum.

Viel zu vage sind auch die Verkehrsfragen. Wir haben eben den Bau eines Kreisverkehrs beschlossen. Das mussten wir auch, schließlich verpflichten wir uns dazu im Durchführungsvertrag. Nun wollen wir wenigstens hoffen, dass der Bau erst beginnt, wenn der Investor die zugesagten Zahlungen auch tatsächlich geleistet hat.

Denn auf allen anderen Randkosten bleibt die Stadt ohnehin sitzen. Was wird aus der Kreuzung Kasseler Straße, Stellbergsweg, Mühlhäuser Straße und Adolf-Kolping-Weg? Dort ist es jetzt schon ziemlich eigenartig, zukünftig teilt sich der Verkehr dort zusätzlich auf zwei Parkflächen, direkt neben der LKW-Anlieferung. Wie soll das gehen?

Was wird aus allen anderen Versprechungen, die da so im Laufe der Zeit bei den Bürgerworkshops gemacht wurden? Lesen Sie mal die Dokumentationen vom ersten Bürgerworkshop: Da war von einer Umgestaltung des Alten Friedhofs die Rede, von Bäumen entlang der Kasseler Straße, von Radwegen. Alles Schall und Rauch. Und ebenso vergessen wie alle anderen Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger, die sich zum Beispiel auch für den Schutz der Rotbuchen eingesetzt haben.

Und wie geht es mit der Altstadt weiter? Altstadtbelebung geschieht doch nicht dadurch, dass ein Gebäude nach dem anderen verstaatlicht wird und damit im Portemonnaie des Steuerzahlers landet. Auch die Einrichtung von Kindergärten und Beratungsstellen „belebt“ die Altstadt allenfalls in dem Sinne, dass der Verkehr zunimmt, möglicherweise sogar mit Fußgängern. Aber dadurch wird keine Wirtschaftskraft in der Altstadt erzeugt. Was wir stattdessen brauchen wäre eine Altstadtbelebung die die Wirtschaft stärkt, die privates Engagement unterstützt und wieder Investitionen von Familien über Generationen hinweg ermöglicht.

Es ist gut, dass auf dem Gelände an der Drehscheibe etwas geschieht. Aber wir sind der Überzeugung, dass man mehr daraus hätte machen können. „Wir dürfen das nicht versemmeln“, hatte der Bürgermeister am Anfang gesagt. Etwas mehr Zeit, etwas mehr Varianten geprüft, etwas mehr auf die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger eingegangen, und statt Semmeln hätte es vielleicht eine Torte werden können.

Nun gilt es darauf zu achten, das Beste daraus zu machen:

 

  • Wir stellen hiermit einen Ergänzungsantrag zu TOP 4b: In den Durchführungsvertrag ist die Verpflichtung aufzunehmen, dass ein bereits ortsansässiger Discounter in das neue Einkaufszentrum umzieht.
  • Und, darauf kommen wir später nochmal: Die Parkflächen sind zukunftsfähig zu gestalten, nämlich mit Stromtankstellen, und zwar nicht nur Kleinklein, sondern richtig. Das ergibt sich aus unserem Antrag, der unter TOP 10 bereits vorliegt.

 

Erst dann können wir den vorliegenden Plänen zustimmen – in der Hoffnung, dass das neue Einkaufszentrum nicht zu viel Schaden in der Stadt anrichten wird. Und mit dem Versprechen, die Entwicklungen in der Altstadt umso kritischer zu begleiten.


Anmerkung: Der Ergänzungsantrag zu TOP 4b wurde von allen anderen Parteien außer FWG und Bürgerliste abgelehnt. Damit hat eine der ältesten Ankündigungen, von denen die gesamte Planung ausging, keinen Eingang gefunden in die Verträge mit dem Investor.
Der Antrag zur Einrichtung von Stromtankstellen wurde in einen Auftrag an den Magistrat umgewandelt und gilt für alle Parkflächen in Homberg, ohne Nennung einer Mindestzahl von Parkplätzen die entstehen sollen. Mit diesen Änderungen wurde er einstimmig bei einer Enthaltung angenommen.

 

 

FWG: E-Ladesäulen auf allen Parkplätzen!

Ladesäulen für Elektroautos auf allen neuen Parkplätzen in Homberg – das ist der Kern eines Antrags, den die Freie Wählergemeinschaft (FWG) in der kommenden Stadtverordnetenversammlung einbringen wird. Fünf Prozent der Stellplätze sollen zukünftig eine Stromtankstelle haben. Insbesondere mit den Investoren der beiden neuen Einkaufzentren an der Drehscheibe und an der Nordumgehung sind entsprechende Nachverhandlungen zu führen. Aber auch im Osterbach sollen E-Tankstellen entstehen. Zugleich wird der Magistrat beauftragt, mit der KBG Verhandlungen darüber zu führen, dass diese Stromladesäulen mit moderner Schnellladetechnik ausgestattet und mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgt werden.

Mit der Einrichtung von Stromtankstellen möchte die FWG die Gelegenheit nutzen, die

ladesaeulen

Ladesäulen auf dem Autohof Malsfeld

Infrastruktur der neuen Parkflächen von Anfang an zukunftsfähig zu machen. Spätestens seit dem „Dieselskandal“ sei offenkundig geworden, dass der Umstieg auf klimafreundliche Mobilität auf allen Ebenen ein zwingendes umweltpolitisches Ziel sein müsse, heißt es in der Begründung zum Antrag. Im Mai 2016 hat die Bundesregierung den Startschuss für eine umfassende Förderung von Elektroautos in Deutschland gegeben. Insgesamt werden für das Programm 1,2 Milliarden Euro bereitgestellt. Neben einem Zuschuss von bis zu 4000 Euro erfolgt für zehn Jahre eine Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer. Nach Aussage des Bundesverkehrsministers startet gleichzeitig die Ladesäulen-Offensive für Deutschland. Der Schlüssel für den Durchbruch der Elektromobilität sei eine flächendeckende Ladeinfrastruktur. Mögliche Standorte von Ladesäulen seien neben Tankstellen, Bahnhöfen und Flugplätzen auch Einkaufs- und Sportzentren.

Auch die Volkswagen AG, der größte Arbeitgeber unserer Region, hat kürzlich eine grundlegende Neuaufstellung angekündigt. Aus Sicht von Konzernchef Matthias Müller könnte schon in etwa zehn Jahren auf dem Weltmarkt jeder vierte Neuwagen rein batteriebetrieben sein. Das sei ein „epochaler Wandel“. VW selbst plane bis 2025 mehr als 30 neue Elektromodelle, von denen die Wolfsburger pro Jahr zwei bis drei Millionen Stück verkaufen wollen (16.06.2016, tagesschau.de).

„Wir müssen Homberg auch im Bereich der Elektromobilität zukunftsfähig machen“, ist der FWG-Stadtverordnete Dietmar Groß überzeugt. Ein wichtiger Schritt dabei ist es, jetzt die anstehenden Bauarbeiten zu nutzen und von vornherein die Voraussetzungen für eine moderne Mobilität zu schaffen.

 

EKZ Nordumgehung: Der Murks geht weiter

Während das Einkaufszentrum an der „Drehscheibe“ die Gemüter erhitzt entsteht unter dem Stichwort „Schneider-Gelände“ ein weiteres großes Einkaufszentrum vor den Toren der Stadt. Mit der knappen Mehrheit von CDU und SPD wurden dem Investor bei der Stadtverordnetenversammlung am 2. Juni weitere Zugeständnisse gemacht. Nun dürfen Tankstelle und Gastronomie, Baumarkt mit Bäckerei, Elektromarkt und Tierfutter, aber auch Autohandel, Reifenhandel, Getränkemarkt, „Anlagen für sportliche Zwecke“, „Campingwagen“-Verkauf und Teppichhandel entstehen. Die FWG hat sich immer gegen diese Pläne unmittelbar neben einem Wohngebiet vor der Kulisse des Burgberges gewehrt, konnte sich aber gegen die Mehrheit im Stadtparlament nicht durchsetzen. Dazu ein Kommentar von Dietmar Groß, Stadtverordneter der FWG und Mitglied des Bauausschusses:

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Trotz gegenteiliger Beschlussempfehlungen der Ausschüsse HaFi und BPUs hat die StaVo heute abend eine weitere Baurechtsänderung für das Einzelhandelsgebiet an der Nordumgehung/Kasseler Straße zugunsten des Investors Schneider genehmigt.

Wesentliche Änderungen:

  • Er darf seine Baukörper 1 Meter höher bauen bis 11 Meter Firsthöhe, jetzt gemessen von den künstlich geschaffenen Höhen durch die Terassierung des Geländes; wenn er will, auch zweigeschossig.
  • Zusätzlich zu den bisherigen Nutzungen wird nun auch ein (größenmäßig nicht festgelegter) Gastronomiebetrieb gestattet. Auch der Betrieb einer Tankstelle soll wieder ermöglicht werden.

Damit soll nach dem Willen der knappen Parlamentsmehrheit von CDU und SPD das parlamentarische Verfahren nun endgültig abgeschlossen werden. Beide Parteien mahnten den  Investor, nun endlich die lange diskutierten Pläne zum Wohle der Homberger Bürger umzusetzen.

Aus  Sicht der FWG gibt es erhebliche Zweifel an dieser Entscheidung.

Seit vielen Jahren wird darüber geredet, dass in unserer Stadt für den Baumarkt im Basthauptgraben (werkmarkt) angemessene Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen werden müssen.

Diese Zielsetzung ist eigentlich auch gar nicht strittig.

Doch auf die Realisierung warten wir schon lange, obwohl bereits seit 2012, genau seit dem StaVo-Satzungsbeschluss vom 29.9.12, Baurecht besteht.

Warum geht es nicht voran ?

Der Investor dieses Bauvorhabens will mehr als nur einen neuen Bau- und Gartenmarkt realisieren:

Er will ein komplettes Einkaufszentrum, auf dem zusätzlich ein Elektrofachmarkt, ein Getränkemarkt, ein Tier- und Futtermittelmarkt und auch noch eine Tankstelle mit großzügigem shop und zusätzliche kleine Einzelhandelsflächen angesiedelt werden können.

Trotz erheblicher Bedenken gegen diese Größenordnung,  insbesondere vom Regierungspräsidium vorgetragen und  damals wesentlich begründet mit dem befürchteten Überangebot bei Elektrowaren, ist der Planfeststellungsbeschluss im September 2012 glatt durchgegangen mit den Mehrheiten von CDU, SPD und FDP.

Einzig die Stadtverordnete Claudia Ulrich hat damals aus den Reihen der Mehrheitsparteien ihre Bedenken geäussert, weitere 5.700 qm Einzelhandelsfläche auszuweisen.

Jahrelang blieb die Fläche brach liegen, sodass nicht nur die Anlieger, sondern auch die HNA  öffentlich nachfragte was eigentlich  los sei.

Anfang 2015 eröffnete der Bauherr und Investor die Gründe für sein Zögern:

Er hatte keine Mieter für wesentliche Teile seines Bauvorhabens. Weder die geplante Tankstelle noch der Elektrofachmarkt erschien potentiellen Betreibern interessant genug, um sich als Mieter hier zu engagieren.

Der Investor aus Korbach hatte offenkundig den Strukturwandel im Elektrofachhandel, insbesondere durch den zunehmenden Internethandel falsch eingeschätzt.

Doch wer gehofft hatte, dass damit das Vorhaben auf den wesentlichen Kern des Unternehmens, den unstrittigen Bau- und Gartenmarkt reduziert würde, sah sich enttäuscht.

Stattdessen wurden die städtischen Gremien konfrontiert mit der Forderung, weitere Flächen für das Projekt zu genehmigen:

Ein Gastronomiebetrieb im Obergeschoss des geplanten Elektrofachmarktes soll die Wirtschaftlichkeit des Bauvorhabens sichern. Das erfordert die Genehmigung höherer Firsthöhen. Und um  weitere planungsrechtliche Schritte abzukürzen, sollen  auch gleich die Firsthöhen aller anderen Baufelder angehoben werden . Auch hier ist nun eine zweigeschossige Bauweise möglich.

Ob sich nun Mieter für einen Elektrofachmarkt und die wieder neu eingeplante Tankstelle finden lassen ?

Rationale Erwägungen  sprechen dagegen. Auch im Tankstellengewerbe sind die Margen nicht gerade rosig für Neugründungen, zumal die Branche im Zuge der notwendigen Umstellung auf Co2-freie Antriebe vor grundlegenden Umbrüchen steht.

Aus meiner Sicht wäre die Aufsattelung der Gastronomie vielleicht noch kompromissfähig gewesen, wenn der Investor auf die Baufläche Tankstelle und eine Ausrichtung des Elektrofachmarktgebäudes entlang der Hanglinien, also parallel zum geplanten Baumarkt und im hinteren Bereich der angelegten Terrassen, akzeptiert hätte.

Das hätte die negative Auswirkung dieses Gebäudes auf  das Stadtbild- von Mardorf kommend- erheblich gemildert.

Aber diese Anregung hat der Investor im persönlichen Gespräch kategorisch abgelehnt.

Vielmehr ist nun zu befürchten, dass auf die Stadt Homberg in diesem Verfahren weitere Verhandlungen zur Anpassung des Baurechtes zukommen, wenn es der Wirtschaftlichkeit aus der Sicht des Investors dient.

Das kann nicht die primäre Aufgabe der Kommunalpolitik sein.

Hier wäre es notwendig,  klaren politischen Kurs zu halten: Wenn zusätzliche Flächen für Einzelhandel und Gastronomie, dann nicht am Stadtrand.

Wir sind dabei, mit der anstehenden Planung für den Bereich Drehscheibe und der davon abgeleiteten Stadtentwicklungsplanung gute Grundsätze festzulegen.

Mit der Zustimmung zu den vorgelegten Abwägungsempfehlungen machen wir aber die gleichen Fehler, die die Politik Hombergs in den letzten 20 Jahren leider ausgemacht hat:

Anstatt mit dem Baurecht Vorgaben zu machen, die der Entwicklung insbesondere des Kernstadtbereichs zuträglich sind, passt sich die Parlamentsmehrheit den Wünschen der Investoren viel zu schnell an.

Damit wird mit dem Hintern eingerissen, was mit den Händen aufgebaut wird.

Die FWG ist dafür nicht zu haben.

Wir sagen klar nein zu den vorgelegten planungsrechtlichen Änderungen.

Dietmar Groß 

Neue Einkaufszentren: Jetzt muss die Stadt das Umfeld planen

von Christian Utpatel, Stadtverordneter und Vorsitzender der FWG —

Mit dem Ende der Offenlegungsfrist  stehen die letzten Entscheidungen zum Bau des Einkaufszentrums  an der „Drehscheibe“ bevor. Die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft Homberg hat die bisherigen Planungen intensiv begleitet.

  • Bei der 3. Bürgerinformationsveranstaltung wurde mitgeteilt, dass die Firma Schoofs Immobilien durch REWE zum Bau des EKZ beauftragt wurde. Das ist eine neue Information, die uns bisher nicht deutlich war: Bei dem geplanten Bau handelt es sich also nicht um ein von einem neutralen Investor geplantes Einkaufszentrum, das frei vermietet wird. Es soll offenbar ein „REWE Center“ gebaut werden, und nicht nur ein vergrößerter Supermarkt. Damit wird auch die Zukunft der Immobilie immer von diesem einen Nutzer abhängig bleiben.
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  • Mit großer Sorge lesen wir das Verträglichkeitsgutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA). Dort ist von „deutlichen Wettbewerbswirkungen innerhalb der Stadt Homberg“ die Rede (S. 30). In einigen Branchen wie etwa Drogeriewaren, Sanitätsartikel, Apotheken , aber auch Bekleidung, Schuhe, Sport, Blumen, Optik, Uhren und Schmuck sei mit „Marktaustritten“ zu rechnen (S. 33). Das bedeutet nichts anderes als Ladenschließungen mit anschließendem Leerstand bei so ziemlich allen alt eingesessenen, familiengeführten Geschäften, die in der Homberger Innenstadt noch vorhanden sind.
    Unser Eindruck ist: Das neue Center ist zu groß, da es alle Konkurrenz erstickt. Wer eröffnet ein neues Schreibwarengeschäft, wer führt ein Schuhgeschäft oder eine Parfümerie fort wenn es alle diese Waren nebenan im Supermarktregal zu greifen gibt? Gleichzeitig wird das neue Center aber auch zu klein um wirklich Menschen nach Homberg zu locken. Es geht nur um Ketten, die so oder ähnlich auch in den Nachbarorten vorhanden sind. Die glitzernde Shoppingwelt, die Menschen (und Kaufkraft) aus dem Umland anzieht, wird es nicht geben.
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  • In der 3. Bürgerinformation wurde die Frage aufgebracht, warum keine Einrichtungen für Kultur und Freizeit in das Bauvorhaben integriert sind. Das erinnert uns an unseren Vorschlag, das benachbarte Gebäude der ehem. Druckerei für die Musikschule zu nutzen. Hier bietet sich eine wunderbare Gelegenheit, in unmittelbarer Nähe zu allen Schulen ein Zentrum für musikalische Bildung zu schaffen.
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EKZ-Stellbergsweg-h150

Ansicht vom Stellbergsweg

Für die anstehende Beschlussfassung fordern wir drei Dinge:
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  1. Eine Verkehrs- und Umfeldplanung muss erstellt werden.
    Die Investoren haben festgestellt:  Der Verkehr an der Drehscheibe wird so stark zunehmen, dass die jetzige Ampel überfordert ist.  Also muss geklärt werden:
    Wäre ein Kreisverkehr mit Zebrastreifen wirklich die bessere Lösung? Sind Zebrastreifen sicher genug, vor allem auch für hör- und sehgeschädigte Fußgänger? Wie steht es um die Schulwegsicherheit?  Fast alle Homberger Schülerinnen und Schüler überqueren die Drehscheibe. Kommt man zu den Stoßzeiten überhaupt mit dem Auto um den Kreisel herum, wenn permanent Fußgänger einen der vier Zebrastreifen betreten? Bleibt das Abbiegen Richtung Freiheit möglich? Was wird aus der jetzt schon problematischen Kreuzung Kasseler / Mühlhäuser / Stellberg? Wie werden die Freiflächen rund um das Neubaugebiet gestaltet? Wir erinnern daran, dass am Anfang des Vorhabens auch von einer Aufwertung des Stadtparks (Alter Friedhof) die Rede war.
    Und wie wird sich zusätzlich der Verkehr auswirken, der auf dem ebenfalls gerade im Bau befindlichen Einkaufszentrum an der Nordumgehung entsteht?
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  2. Es muss vertraglich sichergestellt sein, dass die zusätzlichen Kosten vom Investor getragen werden.
    Erst mit dieser ergänzenden Planung ist sichergestellt, dass sich das REWE Center in die vorhandenen Stadtstrukturen einfügen kann. Diese Planung muss vor dem Abschluss eines Durchführungsvertrages mit den Investoren erfolgen, um eine Kostenübernahme der Investoren vertraglich zu sichern. Der Anteil der Investoren darf nicht nur durch Grundstückstausch abgegolten werden, so dass die Stadt am Ende doch auf erheblichen Bau- und Investitionskosten sitzen bleibt.
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  3. Die Verlagerung eines Discounters muss vertraglich festgelegt sein.
    In den Bürgerversammlungen wurde immer gesagt, dass der zusätzlich auf dem Gelände geplante Lebensmittel-Discounter nur innerhalb Hombergs umzieht. Ein solcher Umzug muss vor einer Beschlussfassung vertraglich festgelegt werden.

Die FWG Homberg wird dem Neubau des Einkaufszentrums an der Drehscheibe zustimmen, sobald die offenen Fragen vertraglich sichergestellt sind.

 

EKZ Drehscheibe: Eine Bestandsaufnahme

von Dietmar Groß, Achim Jäger und Christian Utpatel —

 

Für Dienstag hat die Stadtverwaltung zu einer weiteren „Bürgerinformation“ eingeladen, bei der über den Planungsstand zum „Einkaufszentrum Drehscheibe“ (sog. „Ulrich-Areal“) informiert werden soll. Wichtig ist: Entscheidend ist nur der „Vorhabenbezogene Bebauungsplan“. Nur was da drin steht ist rechtlich bindend. Alle anderen Bilder und Texte sind nette Illustrationen, letztlich aber unverbindlich.

  • Im „Vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ ist von einem „Durchführungsvertrag“ die Rede. Dieser wurde bisher noch nicht veröffentlicht. Wir fragen: Was steht da drin? Wir fordern die Offenlegung aller Vereinbarungen mit den Investoren!
  • Die derzeitigen Pläne sind eine vollkommene Neuplanung gegenüber früheren Konzepten. Das Parkdeck ist jetzt weitestgehend auf Straßenniveau. Der Großteil der Läden ist ins Untergeschoss gewandert. Oben sichtbar bleiben ein Haus an der Ziegenhainer Straße sowie eine wie drei Einzelgebäude wirkende Front entlang der Kasseler Straße. Das Gebäude der ehem. Druckerei im Bindeweg ist nicht mehr einbezogen. Die Anlieferung der LKW erfolgt nun gegenüber der katholischen Kirche in der Kasseler Straße. Der gesamte Baukörper wurde wesentlich vergrößert – er rückt jetzt bis unmittelbar an das „Manhattan“ heran.
    EKZ-KasselerStrasse
  • Bei den veröffentlichten Computersimulationen fehlen die neuralgischen Ecken:
    > Das Bild entlang der Kasseler Straße beginnt an der jetzigen Spielhalle und geht Richtung Sparkasse. Die rechts davon befindliche LKW-Laderampe mit dem darauf stehenden Supermarkt ist abgeschnitten. Sie ist zwar zurückversetzt und teilweise mit Begrünung verdeckt, liegt aber genau gegenüber der katholischen Kirche und in der Sichtachse der aus der Kirche kommenden Gottesdienstbesucher.
    > Bei dem Bild aus Richtung Stellbergsweg wird nur eine Gesamtperspektive dargestellt, bei der das Einkaufszentrum klein am Horizont erscheint, womit die Größe des Baukörpers verschleiert wird.
    Für den Gesamteindruck ist es wünschenswert, dass die Projektentwickler auch diese Ansichten genauso darstellen wie alle anderen Seiten des EKZ.
  • „Es geht nur um eine Verlagerung bereits ortsansässiger Discounter“ wurde von den Projektentwicklern immer gesagt. Diese Festlegung findet sich aber nicht im vorliegenden Bebauungsplan! Wir fragen: Gibt es tatsächlich eine Zusage von „Aldi“, aus dem Efze-Center in das neue EKZ umzuziehen? Oder ist das alles nur eine grafische Illustration, die letztlich nichts bedeutet?
  • In den Grafiken ist das Logo einer „easy-Apotheke“ zu erkennen. Bei einer „Easy-Apotheke“ handelt es sich um ein neuartiges Konzept für discounter-ähnliche Apotheken mit hohem Anteil von Selbstbedienung (www.easyapotheke.ag). Auch hier die Frage: Ist das nur eine Illustration, oder gibt es Festlegungen? Und wie wird die Ansiedlung einer weiteren Apotheke mit den ortsansässigen Apothekern abgestimmt?
  • Neben den bereits diskutierten Supermärkten „Rewe“, „Aldi“, Drogeriemarkt, Schuhmarkt und Textilmarkt tauchen in den Plänen viele weitere Branchen auf: zwei Imbisse, ein Café, ein Reisebüro, ein Nagelstudio, ein Optiker, eine weitere Boutique. Außerdem sind weitere Sortimente zulässig, etwa Blumen, Bücher, Bürobedarf, Uhren und Schmuck. Auch hier die Frage: Gibt es bereits vertragliche Festlegungen? Und wie wird sichergestellt, dass diese Läden nicht zu einem Ausbluten der alteingesessenen Einzelhandelsbetriebe führen? Ein Café gibt es direkt nebenan, ein Reisebüro und ein Textilfachgeschäft schräg gegenüber…
  • Das Verkehrsgutachten schlägt einen Kreisverkehr mit Zebrastreifen an der Drehscheibe und einen weiteren Zebrastreifen in der Kasseler Straße vor. Ist bei den Untersuchungen die Schulwegsicherheit geprüft worden in der Verbindung zum Busbahnhof? Warum fehlt eine Untersuchung zur bereits jetzt problematischen Dreieckskreuzung Kasseler Straße / Mühlhäuser Straße / Stellbergsweg? Ist sichergestellt, dass der Investor den Umbau finanziert?

 

Die Engführung, das Gelände nur als Einkaufszentrum zu nutzen, scheint leider zum jetzigen Zeitpunkt unumkehrbar. Die bei der 1. Bürgerversammlung im Juni vorgebrachten Ideen, zu denen neben Einzelhandel zusätzlich auch seniorengerechtes Wohnen, Arztpraxen und ein Hotel gehörten, hatten zu keinem Zeitpunkt eine Chance. Mit der Mehrheit der Altparteien wurde verhindert, rechtzeitig im Rahmen eines Stadtentwicklungskonzeptes tätig zu werden und eine solche Mischnutzung vorzuschreiben. So blieb es letztlich den privaten Grundstückseigentümern überlassen zu entscheiden, wie Hombergs Stadtmitte genutzt und gestaltet wird. Umso wichtiger ist es jetzt, die weiteren Planungsschritte im Detail zu verfolgen und darauf zu achten, dass die Versprechungen der Investoren auch rechtlich verbindlich festgelegt werden.

Kommen Sie zur „3. Bürgerinformationsveranstaltung“! Am Dienstag, 26. April, 19 Uhr in der Stadthalle.

 

Quellen:

Den schnellsten Überblick über die Planungen bietet der „Vorhaben- und Erschließungsplan“, der auf der Webseite der Stadt veröffentlicht ist: > hier klicken

Alle weiteren veröffentlichten Dokumente finden sich > hier

Kompletter Neustart beim Einkaufszentrum

Überraschung darüber, dass der Investor einen neuen Plan vorgelegt hat. Anerkennung dafür, dass einige der zentralen Forderungen der aktuellen Diskussion berücksichtigt worden sind. Aber auch deutliche Sorgen, wie sich das große Einkaufszentrum auf die Verdrängung von Geschäften in der Altstadt auswirken wird.
– solche und andere Stichworte hat FWG-Fraktionsvorsitzender Achim Jäger bei der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 18. Februar zu den aktuellen Planungen rund um die „Drehscheibe“ genannt. Wir dokumentieren seine Rede hier im Wortlaut:

***

 

„Da kriegt man ja richtig Lust wieder nach Homberg zu kommen, schrieb mir ein Bekannter.“ Ja, die Neuplanung sieht spannend aus – ich sehe 3-Meter-Abstände zu den Nachbargrundstücken, ich sehe „Lufträume“, ich sehe sogar Andeutungen von Bäumen auf dem Dach, ich sehe eine moderne, aber doch kleinteilige und nach Einzelgebäuden aussehende Fassade, und ich staune, dass das Grundstück vom jetzigen Rewe-Markt mit einbezogen ist. Ich bin positiv überrascht, dass sich der Investor mit den Forderungen der Bürger und der Freien Wähler intensiv beschäftigt hat und einen kompletten Neustart des Projektes vornimmt. Das ist ein gutes Zeichen und Werte ich als das positive Ergebnis unseres „Dagegenhaltens“.
Die zentralen Forderungen
• Die Beseitigung von Leerstand auf einem Innenstadt nahen Stadtbild prägenden Standort,
• Die Verlagerung eines Lebensmitteldiscounters vom Stadtrand zurück in die Innenstadt,
• Die Wiederansiedlung eines Drogeriemarktes in der Innenstadt (wegen starker Frequenzrückgang in der Innenstadt nach Rossmann Wegzug) und
• Die Schaffung von 300 zusätzlichen barrierefreien Parkplätzen am Eingang zur Altstadt
könnten mit dem vorliegenden Entwurf erfüllt werden.

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FreiRaum in der Westheimer Straße: Aktuelle Entwürfe im Schaufenster

Im Rahmen einer Sitzung des Lenkungskreises und nachfolgend in den Medien wurde die Neukonzeption des geplanten Einkaufszentrums Drehscheibe der Öffentlichkeit vorgestellt. Wesentliche Änderung ist, dass der „Mall“-Bereich, die eigentliche Ladenstraße, jetzt im Untergeschoss (Basement) angesiedelt ist. Die unterirdische Bebauung führt dazu, dass der Baukörper oberirdisch deutlich weniger hoch ist und zumindest von drei Seiten den Eindruck einer Einzelbebauung erweckt. Bei der Auswahl der Baumaterialien im Sichtbereich Ziegenhainer Str. / Kasseler Str. wird man sich an dem diesen Bereich prägenden Gebäude der Bundespräsident Theodor-Heuß-Schule orientieren. Auf Satteldächer, die tatsächlich keine Funktion hatten, wird vernünftiger Weise verzichtet. Die Grundstücke des jetzigen Rewe-Marktes im Stellbergsweg und das Gebäude Kasseler Straße 5 (ehemals ärztliche Notdienstzentrale) werden in die Planungen einbezogen. Der bisherige Rewe-Parkplatz steht in Teilen weiterhin als Parkfläche zur Verfügung.

Was nach wie vor fehlt ist eine Mischnutzung auch für Wohnen. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung vorgeschlagene Freizeiteinrichtungen, wie Kino, Hotel und Kegelbahn sind ebenfalls nicht berücksichtigt.

Risiken sehen wir Freien Wähler außerdem bei der Verkehrsplanung. Wie wird sich die Verlagerung des Liefer- und Kundenverkehres in die Kasseler Straße auswirken, wenn kurz hinter der eigenartigen Dreieck-Kreuzung aus Kasseler Straße, Mühlhäuser Straße, Stellbergsweg und Kolpingweg auch noch LKWs rangieren und Leute ins Parkhaus fahren. Das muss man sicherlich noch einmal durchdenken. Vielleicht sollte man es einfach einmal ausprobieren, bevor man weiter plant (Stresstest).

Bei der Größe der vorgesehen Einzelhandelsflächen gibt es ebenfalls keine Änderung. Nach wie vor sind 550 qm für sonstigen Einzelhandel oder Dienstleistungen in der Nutzung nicht definiert. Unsere kommunalpolitisch begründete Kritik resultiert aus den zu erwartenden Verdrängungseffekten für den Altstadtbereich. Was nützt es uns, wenn Buchhandel, Reinigung, Lottoannahme, kleine Bekleidungsgeschäfte und Zeitschriftenhandel im EKZ angesiedelt werden und gleichzeitig in der Altstadt durch Geschäftsschließungen weiterer Leerstand entsteht. Bei aller Euphorie für die vorgelegten geänderten Pläne müssen wir Homberger wachsam bleiben und unsere Interessen durchsetzen. In dem jetzt abzuschließenden Vertrag, einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan, müssen die Pflichten des Projektentwicklers deutlich festgehalten werden:
• Regelungen über die Kostenbeteiligung für vorzunehmende Infrastrukturmaßnahmen
o Bau eines Minikreisels an der Drehscheibe,
o Umbau der Kasseler Straße (Querungshilfen, Verbindung zum Stadtpark Alter Friedhof),
o Umbauten für einen sicheren Schulweg im Bereich Bindeweg, Engelhard-Breul-Straße und Stellbergsweg und
o Schaffung von Freiflächen mit Baumbestand und Sitzgelegenheiten in der Ziegenhainer Straße nach dem historischen Vorbild einer Lindenallee)
o Unentgeltliche Übertragung der Flächen für verbreiterte Gehwege und angelegte Grünbereiche.

• Schutz der Interessen der noch in der Stadt ansässigen Einzelhändler bei der Auswahl der neu anzusiedelnden Geschäfte

• Vertragliche Festschreibung, dass die Neuansiedlung eines Lebensmitteldiscounters ausgeschlossen ist. Einzige Option ist die Verlagerung eines der beiden im Osterbach ansässigen Unternehmen.

Auf dieser Grundlage können wir den Neustart des Projekts wagen. Wir Freien Wähler stimmen für die Fortsetzung des Verfahrens.

Vortrag: Die Ziegenhainer Straße im Wandel

Lehrerseminar Ziegenhainer Straße

Kgl. Lehrerseminar und das heutige Haus Weineck („EuroDöner“) um 1890

„Die Ziegenhainer Straße im Wandel“ ist der Titel eines Vortrags, zu dem die Freie Wählergemeinschaft am kommenden Samstag, 7. November einlädt. Referent Dr. Klaus Lambrecht wird an Hand von historischen Fotos und Postkarten den Wandel der ehemaligen Pracht- und Wohnstraße bis zum heutigen Tag erläutern. Auf die baulichen Änderungen in Folge geänderter Nutzungsansprüche wird dabei besonders eingegangen. Noch sind zahlreiche Originalbauten in unverfälschter Form erhalten oder erkennbar. Mit Blick auf die historische Bilderserie wird die Frage aufgeworfen, wie die städtebauliche Entwicklung dieser Straße in Zukunft sein wird.

Dr. Klaus Lambrecht ist Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Schwalm-Eder-Kreises. Der gebürtige Homberger ist außerdem ein passionierter Sammler historischer Postkarten und anderer Dokumente aus der Geschichte unserer Stadt. Zur Vorbereitung auf das Thema gibt es bereits jetzt im Schaufenster des „FreiRaum“ in der Westheimer Straße 8 eine Fotoasustellung mit historischen Ansichten.

Herzliche Einladung: Samstag, 7. November, 10:30 Uhr, „FreiRaum“ Westheimer Straße 8, Homberg (Efze)

Schlank und chic: Einkaufszentrum muss kleiner werden

Die Diskussionen der vergangenen Tage, nicht zuletzt bei der Informationsveranstaltung am 15. Oktober, haben gezeigt, dass das derzeit auf dem „Ulrich Areal“ geplante Einkaufszentrum für die Homberger Situation überdimensioniert ist. Dabei geht es vor allem um die rund 15 kleineren Ladenflächen, die bisher in der öffentlichen Diskussion kaum eine Rolle spielen. Während die Projektentwickler für die fünf größeren Verkaufsflächen Nutzer benannt haben, bleibt die Vermietung der übrigen Läden weitestgehend im Dunkeln. Es steht zu befürchten, dass diese Flächen nicht für die Neuansiedlung bisher fehlender Sortimente genutzt werden (z.B. Elektronikfachmarkt, Spielwarengeschäft), sondern lediglich Filialen entstehen die zu einer unmittelbaren Gefahr für die etablierten, inhabergeführten Geschäfte der Innenstadt werden. Zwar belebt Konkurrenz das Geschäft, aber sie darf auch nicht zu mächtig werden.

Die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft (FWG) fordert daher eine deutliche Reduzierung der geplanten Verkaufsfläche. Viele der in der Diskussion deutlich gewordenen Probleme ließen sich durch eine Verschlankung des Centers lösen:

  • Der etablierte Einzelhandel der Innenstadt hätte eine bessere Chance, sich gegen die neue Konkurrenz zu behaupten.
  • Ein kleinerer Baukörper bietet bessere Möglichkeiten für eine angemessene, kleinstädtische Architektur, die unter anderem den historischen Charakter der Ziegenhainer Straße als Lindenallee aufnimmt.
  • Es könnten andere Lösungen für den Anlieferverkehr gefunden werden. Der Bindeweg ist die einzige Zufahrt zur Theodor-Heuss-Schule und zugleich die Fußwegverbindung zwischen Busbahnhof und Stellbergschule sowie Erich-Kästner-Schule. Ein kleinerer Baukörper ist die Voraussetzung dafür, die Anlieferung über andere Routen zu führen und damit die Sicherheit der Schulwege zu gewährleisten.
  • Auch der Schutz der Rotbuchen kann nur gelingen wenn der Baukörper verkleinert wird.

Die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft (FWG) fordert die Projektentwickler daher auf, einen Alternativplan vorzulegen, der den bei den Bürgerversammlungen benannten Problemen Rechnung trägt.

Achim Jäger, Fraktionsvorsitzender

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