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Schirnen: Investoren unterstützen, historische Bauten schützen

Sehr schwer getan haben sich die Stadtverordneten am vergangenen Donnerstag mit ihrer Entscheidung, die Homberger Schirnen wieder zu verkaufen. Auch innerhalb der Fraktion der FWG hatte es dazu lange und sehr tiefgehende Diskussionen gegeben. Aus den Reihen der FWG brachte es der Stadtverordnete Helmut Koch auf den Punkt: „Wenn jemand in der Homberger Altstadt investieren will, dann sollte man ihm den roten Teppich ausrollen!“

Auch wenn Einigkeit darin besteht, dass jede private Investition zu begrüßen ist gab es doch unterschiedliche Ansichten dazu, ob die Stadt die Schirnen verkaufen sollte. Sie waren ja gerade erst vor drei Jahren gekauft worden von der Stadt mit dem Argument, die Stadt müsse über diese wichtige Immobilie die Kontrolle behalten, auch für eine eventuelle Vermietung. Ein gezieltes Stadtmarketing könnte finanzstarken Investoren viele andere Vorschläge machen, steht doch gegenüber am Marktplatz eine halbe Häuserzeile zum Verkauf und zur Vermietung leer.

Fraktionsvorsitzender Achim Jäger griff in seiner Rede die Argumente auf, die vor drei Jahren zum Kauf der Schirnen durch die Stadt geführt hatten:

……

>> Unsere Schirnen am Marktplatz  sind Bestandteile des einmaligen Ensembles „Marktplatz – Schirnen – Kirche“. Die Schirnen sind die Homberger Besonderheit – ein Alleinstellungsmerkmal, das es zu vermarkten gälte.

Gebaut als Subkonstruktion für die am Hang stehende Marienkirche, gebaut damit um die Kirche ein Kirchplatz entstehen kann, sind sie das wesentliche und verbindende Element zwischen Marktplatz und Kirche. Ihre tonnenförmigen Gewölbe geben der Kirche Halt; in einem Segmentbogen sind die Gewölbe auf den Turm der Marienkirche ausgerichtet – eine statische Meisterleistung, die auf alte römische Techniken zurückgeht. Näheres dazu kann man in den interessanten Veröffentlichungen von Herrn Georg Ritter oder Herrn Professor Großmann nachlesen.

Die Schirnen waren zum Markt hin vermutlich ursprünglich offen. Jedoch bereits 1596, also noch vor dem 30-jährigen Krieg, wurden sie durch Steinmetz Schilling aus Remsfeld zugemauert und erhielten Fenster und Türen. Markant und noch vielen älteren Homberger in Erinnerung sind die hölzernen Vorbauten mit schiefergedeckten Dächern, die  sogenannten Hütten (siehe Bild Wichard von 1831)

Seit vielen Jahren ist die Schirnendiskussion fester Bestandteil von Sitzungen der Homberger Stadtverordnetenversammlung. Gekauft wurden sie 2014, nach heftiger Debatte. Die Mehrheit dieses Parlaments sprach sich für einen Ankauf  aus, weil

  • so die komplizierte Eigentumssituation Kirchplatz – Marktplatz entspannt wurde,
  • mögliche durch die Kirchplatzsanierung verursachte Baumängel hätten untersucht werden können,
  • ein solch Stadtbild prägendes Gebäude sich im städtischen Eigentum befinden muss,
  • und nur so die Stadt Einfluss auf die künftige Nutzung nehmen kann.

Einen Dönerimbiss oder eine Shishabar in den Schirnen sollte es zukünftig nicht mehr geben.

So weit so gut, der Kauf ist erfolgt!

Jetzt sollen die Schirnen wieder verkauft werden, allerdings weit unter unserem Ankaufspreis. Gerade drei Jahre ist es her, dass die Stadt 51.000€ ausgegeben hat. Eine solche Immobilie, denkmaltechnisch brisant und statisch sensibel für den darüber liegenden Platz mit der Kirche, muss in städtischer Hand bleiben.

Nun liegen Angebote für lediglich 10.000 Euro bzw. 1 Euro vor. Die Stadt zahlt also kräftig drauf und verliert wieder den Einfluss auf diese Immobilie, den sie sich doch gerade teuer erkauft hat.

Ich sage deutlich: Die Schirnen müssen im städtisches Eigentum sein! Das habe ich 2014 gesagt, dass gilt für mich auch heute.

Sollte sich die Mehrheit dieses Hauses dennoch für einen Verkauf entscheiden, so muss dieser zumindest zum ursprünglichen Ankaufspreis erfolgen. Es ist wenig sinnvoll eine versteckte Subvention zu geben; vielmehr ist der Verkauf unter Wert (wir hatten 2014 ein Gutachten dazu vorliegen) ein unlauterer Eingriff der öffentlichen Hand in den freien Wettbewerb.

Sollte heute dennoch der Verkauf beschlossen werden, so ist zunächst egal, ob die Entscheidung für ein Eiscafé oder eine Creperie fällt. Beide Konzepte sind ähnlich. Bei der Ausarbeitung des Kaufvertrages sollten aber auf jeden Fall klare Auflagen erteilt werden:

  • Bauauflagen insbesondere des Denkmalschutzes,
  • der Nachweis der Finanzierung als Voraussetzung des Eigentumsübergangs,
  • eine Regelung über einen eventuell notwendigen Rückkauf mit Angabe eines gestaffelten oder abgezinsten Preises

Ich bitte Sie, wenn Sie sich für den Verkauf entscheiden, das zu beherzigen. Ich plädiere jedenfalls dafür, die Schirnen nicht zu verkaufen. <<

 

…….

Die Stadtverordnetenversammlung hat den Verkauf ohne weitere Auflagen mit 7 Neinstimmen und 5 Enthaltungen mehrheitlich beschlossen.

 

 

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FWG schlägt Ringverkehr in der Altstadt vor

Die Freie Wählergemeinschaft Homberg (FWG) schlägt ein Bündel von Maßnahmen vor, die die Attraktivität der Innenstadt für Besucher, Geschäfte und Gastronomie erhöhen werden.

Am kommenden Dienstag trifft sich zum ersten Mal ein „Arbeitskreis Verkehrsentwicklungsplan“. Dabei soll es in einem ersten Schritt um den Verkehr in der Altstadt gehen. Einige Stadtverordnete der FWG haben sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt und machen folgende Vorschläge:

  • Jedes Haus in der Altstadt bleibt mit dem Auto erreichbar, aber das bloße Durchfahren der Altstadt wird unattraktiv. Dazu muss das Prinzip des shared space, das bereits in weiten Teilen der Altstadt gilt, auch auf die Verbindung Obertor / Holzhäuser Straße ausgedehnt werden. Das bedeutet: Verkehrsberuhigte Zone, keine Bordsteinkanten, nur einzelne ausgewiesene Parkplätze.

    Hotel-Eingang 2

    So attraktiv könnte auch der Eingang zur Krone sein.

  • Die Einbahnstraßenführung in der westlichen Untergasse soll umgedreht werden. Dadurch entsteht im Bereich Westheimer Straße / Marktplatz / Untergasse ein Ringverkehr, durch den erstmals alle Geschäfte und Restaurants der Altstadt aus allen Richtungen erreichbar sind. Auch die Parkplatzsuche vereinfacht sich erheblich. Wer beim ersten Mal kein Glück hatte kann eine zweite Runde drehen und wird nicht, wie derzeit, aus der Altstadt herausgeleitet. Damit wird die Untergasse als Einkaufsstraße aufgewertet und wird auch für Fahrzeuge erreichbar, die aus Richtung Norden in die Altstadt kommen.
  • Der Eingang zur Krone wird verkehrsfrei. Damit besteht die Möglichkeit, den Eingang attraktiv zu gestalten und auch Außengastronomie direkt vor der Tür zu ermöglichen. Vorbei die Zeiten in denen LKW die Lampen kaputtfahren und man, wenn man aus der Tür kommt sofort auf der Straße steht. Das stellt eine wesentliche Aufwertung der Krone für Gäste und Betreiber dar.

HR-VerkehrAltstadt

Damit diese Ziele erreicht werden müssen folgende Änderungen vorgenommen werden:

  • Die Obertorstraße wird zur Einbahnstraße zwischen Rathaus und Marktplatz.
  • Die Einbahnstraßenregelung in der Entengasse wird in die Gegenrichtung gedreht
    (so wie es bis zum Umbau des Marktplatzes 2008 war).
  • Die Untergasse zwischen Entengasse und Besenmarkt wird in die Gegenrichtung gedreht.
  • Der Bereich vor der Krone zwischen Marktplatz und Parkplatz wird für den Verkehr gesperrt.

Ganz wichtig: Die Umsetzung der Vorschläge der FWG ist weitestgehend ohne kostenintensive Baumaßnahmen möglich. Die Änderungen lassen sich einfach mit einigen Verkehrsschildern umsetzen, ohne dass am Straßenbau etwas zu ändern wäre. Im Bereich vor der Krone könnten ergänzend Blumenkübel aufgestellt werden. Mehr ist nicht nötig.

Detailinfos

Verkehrsführung im Praxistest:
Verkehr aus Richtung Drehscheibe nach Hans-Staden-Allee:
Fährt Westheimer Straße, Bischofstraße, Pfarrstraße, Obertor.

Verkehr aus Richtung Drehscheibe zu Geschäften in der Untergasse:
Fährt Westheimer Straße, Marktplatz, Entengasse, Untergasse

Verkehr aus Richtung Hans-Staden-Allee zu Geschäften in der Untergasse:
Fährt erstmals direkt Obertor, Entengasse, zur Untergasse

Verkehr aus Richtung Hans-Staden-Allee zu Holzhäuser Straße:
Fährt Obertor, Entengasse, Untergasse (wie es bis 2008 möglich war)

Damit es nicht zu unnötigen Problemen kommt müssen folgende Verkehrsregeln, die ohnehin gelten, konsequent umgesetzt werden:

Nach § 12 (1) StVO ist das Halten unzulässig an engen und unübersichtlichen Straßenstellen. Gerichte haben definiert, dass eine Fahrbahnbreite von etwa 3 Meter frei bleiben muss. Damit ist z.B. das Parken im unteren Bereich der Bischofstraße quasi ausgeschlossen. Die Straße wäre breit genug um als Umfahrung des Marktplatzes zu dienen.

Nach § 12 (3) StVO müssen beim Parken an Kreuzungen 5 Meter Abstand zur Ecke gehalten werden. Damit wäre zum Beispiel das Abbiegen von der Bischofstraße in die Pfarrstraße problemlos möglich.

Das bestehende Einfahrtsverbot für LKW in die gesamte Innenstadt muss für die Altstadt um eine Längenbegrenzung erweitert werden. Damit würden auch Busse ausgeschlossen, die schon jetzt nicht durch die Altstadtgassen fahren können.

Engel-Apotheke – Augen zu und durch

homberg-marktplatz-ost002Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, für den Umbau der „Engelapotheke“ weitere 1,5 Millionen Euro auszugeben. Dietmar Groß hat dazu für die Fraktion der FWG klar Stellung bezogen:

Augen zu und durch – nach dieser Devise hat das Stadtparlament in seiner Sitzung am Freitag, dem 3. März 2017 weitere 1,5 Millionen Euro für Sanierung und Umbau der Engelapotheke freigeben.

Augen zu und durch – So war es beim sogenannten Schnäppchenkauf in 2011 und so war es auch bei der Abstimmung im Februar 2016 als die Baukosten mit ca. 900.000 Euro veranschlagt wurden. Aus diesen knapp 900.000 Euro werden jetzt mindestens 2,5 Millionen Euro.

Nach der geplanten unrentierlichen Nutzungskonzeption mit zwei Vereinen im Erdgeschoss und im 1. Geschoss sollten 420.000 Euro aus dem Programm Stadtumbau-West und 110.000 Euro aus der Leader-Förderung fließen.

Auf das Parlament wird Druck ausgeübt mit der Begründung, diese Fördermittel würden verfallen, wenn wir uns nicht schnell entscheiden.

Ob das Parlament bei einer realistischen Kostenschätzung für das Gesamtgebäude in 2016 kurz vor der Wahl die Hand gehoben hätte, wage ich zu bezweifeln.

Für 2,5 Millionen Euro erhalten wir zu den Museumsräumen nun zusätzlich zwei Wohnungen jeweils ca. 160 qm große Wohnungen in den oberen Stockwerken.

Darüber hinaus sind durch die bereits begonnene gemeinsame Erschließung von ehemaliger Engel-Apotheke und dem ehemaligen Sparkassengebäude Obertor 1 mit Treppenhaus und Liftanlage erhebliche Folgekosten unabdingbar und von den derzeitigen Mehrheiten auch politisch bereits programmiert:

Das Gebäude Obertor 1 soll, wie bereits in den Medien vorgestellt, im Parterre die neue Heimat des Heimatkundlichen Archivs werden. Nach dem Abriss von Anbauten sollen in den Verwaltungsräumen im 1. und 2. Obergeschoss vier weitere Wohneinheiten entstehen.

Und vorweg muss das Rathaus saniert und mit einem Anbau der Platzbedarf des Bau- und Ordnungsamtes geschaffen werden.

Über den Sinn und die Kosten wird später diskutiert und entschieden.

Klar scheint für die derzeitigen Mehrheiten nur zu sein:

Der Bau von einigen Wohnungen und die Verwaltungsmodernisierung muss jetzt durchgezogen werden. Ob am Ende 5 oder 6 Millionen Euro an Kosten entstehen scheint unerheblich. Das wird sich ergeben, wenn das Gesamtprojekt fertig ist.

Es ist noch nicht lange her, da haben wir hier vor dem Hintergrund überbordender Kosten beim Ärztehaus und beim Jugendzentrum über high-level-control debattiert.

Und jetzt spielt es wieder keine Rolle mehr, in welchem Umfang wir den Haushalt mit zusätzlichen laufenden Kosten für Kapitaldienst, Unterhaltung und was weiß ich was belasten.

Erst in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung haben wir die Verwaltung einstimmig mit der Vorlage eines Finanzierungsplans für das Gesamtprojekt beauftragt. Das interessiert jetzt nur wenige Wochen später offensichtlich auch nur noch die paar, „die ja ohnehin alles nur zerreden wollen.“

Genau diese Oberflächlichkeit im Umgang mit Verwaltungsvorlagen und Verwaltungshandeln ist es, die das Homberger Parlament offenkundig ausmacht und von anderen Kommunen unterscheidet !

Vor dem Hintergrund des massiven Einzelhandelsterbens in unserer Stadt scheinen derzeit alle Mittel recht, um Wunschträume von einer von Bürgern und ihren Vereinen belebten Innenstadt umzusetzen.

Dass die Vereine überaltert sind und Nachwuchssorgen haben, bleibt tabu. Genauso die Frage, ob die Stadt mit mehr oder weniger luxuriösen Wohnungen die richtigen Impulse setzt, um eine Trendwende für die Innenstadtentwicklung einzuleiten.

Tabu bleibt auch eine ernsthafte Debatte über den Verbleib von Teilen der Verwaltung in den Räumlichkeiten von Obertor 1 und/ oder Engelapotheke.

Nach der Vorstellung des Bürgermeisters und des Magistrats braucht die Verwaltung zukünftig einen gemeinsamen Standort in und unmittelbar am Rathaus. Punkt.

Unter diesen Voraussetzungen zu beschließen, dass das Projekt von einem Ausschuss begleitet wird, in dem alle anstehenden Fragen transparent und ergebnisoffen beraten und entschieden werden können, ist nichts anderes als Augenwischerei.

Bleibt die Frage nach dem Sinn:

Wenn die Bürger insbesondere auf den Dörfern erfahren, was wir hier ausgeben müssen, um ein paar Wohnungen zu bauen, wird die Bereitschaft zum finanziellen Engagement in Altstadtimmobilien eher Schaden nehmen.

Haben wir nicht vor kurzer Zeit ernsthaft diskutiert, das Hallenbad in Hülsa zu schließen?

Haben wir den Erhalt der DGHs nicht infrage gestellt, weil wir sie uns nicht mehr leisten können?

Wenn die Logik stimmt, dass der Erhalt der historischen Substanz unserer Altstadt durch finanzielles Engagement der Stadt gerettet werden kann, müssen wir noch viele Häuser kaufen und sanieren, um sie zu erhalten. Das kann nicht Aufgabe der Stadt sein.

Wenn wir ernsthaft erreichen wollen, dass sich Bürger wieder für ein finanzielles Engagement in der Altstadt engagieren, braucht es mehr als Wunschträume und Bereitschaft für entschlossenes Handeln in Einzelobjekten, die der Stadt gehören.

Der richtige Absatz ist eigentlich das Förderprogramm Stadtumbau-West: Der Staat fördert vor Allem die private Investition in die Altstadtsanierung mit der Übernahme eines großen Teils der unrentierlichen Kosten; bei gemeinnützigen Projekten bis zu 70 %.

Dieses Programm haben wir in den vergangenen zwei Legislaturperioden für Homberg nicht effizient genutzt. Private Bürger sind viel zu wenig einbezogen worden in dieses Investitionsprogramm. Den Löwenanteil hat sich die Verwaltung gegriffen und ist noch dazu dilettantisch damit umgegangen.

Mit der Vorlage und Annahme der überhasteten Planung und Kostenschätzung des Architekten Köhne im Februar 2016 haben wir uns beim Zugang zu diesen Mitteln für die Engel-Apotheke selbst ein Bein gestellt. Aus den Berechnungen von Herrn Köhne hat die Verwaltung den Fördermittelantrag abgeleitet, der mit einer Zusage von 420.000 Euro beschieden wurde. Ob in welcher Höhe die unrentierlichen Kosten heute liegen und in welcher Höhe folglich der Förderantrag hätte gestellt werden müssen, möchte der Bürgermeister für sich behalten. Entsprechende Informationen werden verweigert und die Parlamentsmehrheit ist damit zufrieden. Im Ergebnis liegt die Förderung mit Stadtumbau-West Mitteln heute bei höchstens 20% der Kosten.

Und wir sind für die Laufzeit von möglicherweise 25 Jahren- genauere Informationen wurden auch nicht geliefert- verpflichtet, die ersten beiden Etagen unrentierlich, d.h. kostenfrei für gemeinnützige Vereine bereitzustellen. Eine anderweitige Nutzung hätte die Rückzahlung der Fördermittel zur Folge.

Sicherlich keine gute Werbung für das Förderprogramm, dass wir demnächst für die Freiheit wieder anbieten wollen.

Unter diesen Voraussetzungen können wir als FWG-Fraktion nur warnen für die sicherlich wieder gut gemeinte, aber im Ergebnis abenteuerliche Entscheidung, so wie sie vorbereitet wurde.


Engelapotheke: Die vorhersehbare Überraschung

„Umfangreiche Schäden“ seien an der Engelapotheke erkennbar geworden, die „vorher nicht erkennbar waren“ und es nun erfordern, „dass das gesamte Projekt neu bewertet werden muss.“ So hieß es Ende Dezember in einem Schreiben der Stadtverwaltung, mit dem die Stadtverordneten zu Besichtigungsterminen auf der Baustelle eingeladen wurden. Die Schäden, die dabei von Architekt Albert Hess aufgezeigt wurden, sind massiv: Feuchte und darum durchhängende Balken, zerstörte Auflager, lose Gefache, und daraus resultierend eine Gefahr für die Standfestigkeit des Gebäudes. Andererseits zeugen verrostete Metallklammern und zugespachtelte Risse davon, dass diese Schäden seit Jahrzehnten vorhanden und nicht erst in jüngster Zeit aufgetreten sind. So weit, so schlecht. Aber auch alles im Rahmen dessen, was jeder, der schonmal ein Fachwerkhaus saniert hat, von seiner eigenen Baustelle kennt. Wirklich ungewöhnliche Schäden wie etwa Insektenbefall oder großflächige Zerstörungen durch Pilze sind nicht erkennbar, so der Architekt. Fazit: Die bisherige Bewertung des Gebäudes beruhte auf geschönten Annahmen. Die Kosten drohen wieder aus dem Ruder zu laufen. Ursprünglich hieß es, mit 800.000 Euro könne man das gesamte Haus sanieren und ausbauen. Später wurde der Betrag auf rund 1,07 Millionen Euro erhöht. Nun zeigt sich nach Mitteilung von Architekt Hess, dass die 1,07 Millionen gerade dafür ausreichen werden, das Gebäude im Rohbau zu sichern.

Natürlich kann es nicht in Frage stehen, dass das Gebäude erhalten und gerettet werden muss. Aber die „Überraschung“ war absehbar, die FWG hat immer vor den unklaren Folgekosten gewarnt. Man erinnere sich, dass die Stadt das Gebäude gekauft hatte weil es das Entree eines Shoppingcenters „Marktplatz Ost“ werden sollte. In diesem Zusammenhang war der großflächige Abriss von Fachwerkstruktur im gesamten Quartier bereits beschlossene Sache. Insofern ist es aus Sicht der FWG erfreulich, dass sich nun inzwischen alle Parteien für eine denkmalgerechte Erhaltung und Sanierung aussprechen.

Nachdem es nun aber wieder bei einem öffentlichen Projekt Probleme gibt ist es höchste Zeit, endlich daraus zu lernen und klare Konsequenzen zu ziehen. Aus Sicht der FWG ist eine komplette Neuordnung der Projekte am Marktplatz notwendig. Die FWG geht darum mit folgenden Vorschlägen in die anstehenden Debatten:

1. Zeit zum Überlegen schaffen – Ausbau Engelapotheke stoppen
Wie es aus dem Rathaus heißt machen es die aufgetretenen Schäden notwendig, „dass das gesamte Projekt neu bewertet werden muss“. Für die FWG heißt das, dass nun erstmal wirklich eine umfassende Schadensanalyse vorgenommen werden muss. Dabei muss auch die Nutzung des Gebäudes neu bewertet werden. Architekt Hess berichtete etwa vom großen Aufwand den es bedeutet, die einzelnen Geschossflächen auf eine Ebene zu bringen, wie es für die geplante Nutzung als Ausstellungsflächen notwendig wäre. Eine andere Nutzung etwa im Rahmen der Umbauten des Rathauses würde hier vielleicht Kosten sparen. Dabei müssen auch die Schäden im Nachbargebäude (dem jetzigen Bürgerbüro) analysiert werden. Von dort nämlich soll die Engelapotheke mit einem Fahrstuhl erschlossen werden, was sich als weiteres Problem mit hohen Folgekosten erweisen könnte falls sich herausstellt, dass auch in diesem Gebäude massive Schäden vorhanden sind. Da sich beide Nachbargebäude ganz oder teilweise im städtischen Besitz befinden muss das gesamte Ensemble als Ganzes betrachtet werden. Also: Alle Fakten auf den Tisch, und dann nochmal in Ruhe überlegen und planen. Und vor allem die fehlende Finanzierung für die Fertigstellung sichern.

2. Sofort Ersatzflächen für Burgbergmuseum und Haus der Reformation
Der Ausbau der Engelapotheke wird mehr Zeit und Finanzierungsaufwand benötigen als ursprünglich gedacht. Dringend notwendig ist es also, die geplante Nutzung so schnell wie möglich anders zu organisieren. Praktischerweise steht direkt nebenan eine große, ebene und barrierefreie städtische Fläche zur Verfügung. Die bisher geplante Zerteilung des ehemaligen Supermarktes im Haus „Markt 15“ in kleine Büro- und Unterrichtsräume für Musikschule, Elternverein, Starthilfe und andere Vereine ist kostenintensiv bei am Ende minimalen Nutzflächen für die einzelnen Nutzer. Für die Musikschule muss ein anderer Standort gefunden werden, der für die musikalische Bildung besser geeignet ist als ein zerteilter Supermarkt. Die FWG hat dazu bereits letztes Jahr im März einen Vorschlag gemacht (siehe: hier). Stattdessen könnte die leerstehende Halle Marktplatz 15 sofort als multifunktionale Ausstellungsfläche für die Exponate des Burgbergmuseums und die Ausstellungen des „Haus der Reformation e.V.“ genutzt werden. Langfristig und auch über das diesjährige Reformationsjubiläum hinaus entsteht damit eine Freifläche, die für wechselnde Ausstellungen, eine kommunale Galerie und einen ganzjährigen Künstlertreff genutzt werden kann.

Die FWG ist überzeugt: Mit der sofortigen Nutzung des Hauses Marktplatz 15 wird der Entscheidungsdruck vom Projekt Engelapotheke genommen. Dort muss erstmal in Ruhe geprüft werden wie es weitergeht. Nur so kann die beste Lösung für eine gute Entwicklung am Marktplatz gefunden werden.

Stavo 4: Hauptsache, es wird gebaut.

Stadtentwicklung ist Baustellenplanung“ – das schien mal wieder das Motto der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Donnerstag gewesen zu sein. Nachdem Formalia wie eine neue Hauptsatzung mit der Einführung vieler Ehrentitel für ausgeschiedene Politiker abgearbeitet waren, stand mit dem Stichwort „Krankenhaus“ ein mit Spannung erwarteter Tagesordnungspunkt auf dem Programm. Die Geheimhaltung im Vorfeld war groß, die örtliche Presse hatte hohe Erwartungen geschürt, angeblich wusste bis zum Schluss niemand was denn da präsentiert werden würde. Und so fanden dann ein „Konzernbeauftragter“ aus Hamburg und ein Landschaftsplaner aus Kassel viele Worte zu bunten Folien, aus denen sich langsam aber sicher der Begriff „Rückbau“ herausschälte. Also, ganz schlicht und ergreifend: Das Krankenhaus mit allen seinen Nebengebäuden soll abgerissen, der ursprüngliche Hang wieder angeschüttet und dann dort ein Neubaugebiet entwickelt werden. Eisiges Schweigen im Saal, verbunden mit Ratlosigkeit. Zum einen hätte man denn doch noch gerne gewusst, welche Pflegeheimbetreiber und Jugendherbergsvereine angeblich eine Verwendung geprüft und abgewunken haben. Vor allem aber blieb Ratlosigkeit zurück: Was wollte uns der Grundstückseigentümer damit sagen? Es bleibt ihm ja unbenommen, eine Abrissgenehmigung zu beantragen und den Bebauungsplan ändern zu lassen. Oder läuft die Sache etwa darauf hinaus, dass nun die Stadt das einst für 1 Euro durch Asklepios gekaufte Gebäude für einen x-fachen Tausenderbetrag zurückkauft und sich dann selber um Abriss und Neuinvestition bemühen soll? Man darf gespannt sein…

Das Thema Krankenhaus leitete dann gleich über zu weiteren Baustellen rund um den Marktplatz. Bei den Schirnen beschloss man einmütig, den Rechtsstreit mit dem Architekten aufzugeben. Die Verantwortlichen der Stadt hatten damals die Bauarbeiten gegen den Rat der Fachleute beauftragt, so dass eine weitere Auseinandersetzung wegen der Feuchteschäden sinnlos erschien. Was die weitere Nutzung der Schirnen angeht plädierte Dietmar Groß (FWG) für einen möglichst geringen Aufwand. Vielleicht finden sich mit zeitweisen Konzepten oder auch Kunst und Kultur Nutzungsmöglichkeiten, die keine größeren Umbauten erfordern. Jedenfalls verbieten sich finanzielle Aufwendungen etwa in eine Gastronomie solange keine Betreiberkonzepte vorliegen.

Um fehlende Konzepte ging es denn auch beim strittigsten Thema des Abends, dem Umbau von Engelapotheke und Bauamt. Die Stadtverordnetenversammlung sollte beschließen, dass im jetzigen Bauamt ein Treppenhaus mit Aufzug gebaut wird, von dem aus man dann auch in die Etagen der Engelapotheke gelangt. Das könne durchaus Sinn machen, führte Christian Utpatel für die FWG aus, aber solange nicht klar sei wie das Haus insgesamt genutzt wird könne man solche Detailfragen nicht entscheiden. Dabei zog er den Vergleich mit dem Bau des Ärztehauses: „Man trifft Einzelentscheidungen bevor über das große Ganze Klarheit herrscht.“ Am Ende müsse hier wieder etwas zurechtgefummelt und dort etwas ergänzt werden: „Soetwas wollen wir nicht nochmal.“ Dabei sei es selbstverständlich, dass der Neubau barrierefrei ist: „Leider hat die FWG schon vor vielen Jahren keine Unterstützung dafür bekommen, den Marktplatz barrierefrei umzugestalten.“ Umso selbstverständlicher sei es nun, dass auch die FWG beim Umbau in der Engelapotheke auf Barrierefreiheit achtet.

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In altem Glanz: Dithmarsches Kaufhaus, jetzt Bürgerbüro und Bauamt

Dabei erinnerte Utpatel allerdings daran, dass es sich auch beim Haus Obertorstraße 1 um eine schützenswerte Fachwerkstruktur handelt: „Drei Tage vor dem Tag des Denkmals könnte man ja auch beschließen, dass auch dieses Gebäude wieder als das historische Dithmarsche Kaufhaus restauriert wird.“ Auch sei es schwer verständlich, warum das so wertvolle und wichtige Archiv, das von der Natur der Sache her wenig Publikumsverkehr habe, ausgerechnet in die derzeit einzige barrierefreie Fläche im jetzigen Bürgerbüro umziehen solle: „Das Archiv braucht doch vielmehr sichere, feuerfeste, trockene Räume, die den deutschen Archivbestimmungen entsprechend gestaltet sind.“ Dankenswerterweise hatte die Bürgerliste dann noch einen Antrag durchgebracht, in dem der Magistrat aufgefordert wird, sich erstmal mit den Erfordernissen des Heimatarchivs zu beschäftigen.

In seiner engagierten Antwort auf Utpatels Wortbeitrag wies Bürgermeister Dr. Ritz unter dem Klatschen der Mehrheitsfraktionen darauf hin, dass den Stadtverordneten sehr wohl detaillierte Grundrissskizzen vorgelegen hätten. Da hatte er Recht. Allerdings sind Grundrisse einzelner Etagen keine Nutzungskonzepte. So ist bisher lediglich davon die Rede, dass auf jeweils einer Etage der Engelapotheke das „Haus der Reformation“ und das Burgbergmuseum untergebracht werden sollen. Was ist mit den anderen Etagen?, fragte Utpatel: „Wie werden die genutzt? Mit wieviel Publikumsverkehr ist zu rechnen? Wenn wir über Museen reden: Üblicherweise hat ein Museum einen Kassenbereich, eine Garderobe, ein Café, Sozialräume für die Mitarbeiter. Wie ist das hier gedacht?“ Utpatels Fragen blieben vom Bürgermeister und den Rednern von SPD, CDU und Grünen unbeantwortet. Erst aber wenn man das ganze Haus im Blick habe könne man doch entscheiden, ob der Aufzug am Ende vorne oder hinten oder in der Mitte gebaut werden muss, so die FWG. Bevor er in seiner Firma oder zuhause 180.000 Euro ausgebe wolle er mehr wissen als das, was hier vorliege, meinte Utpatel. FWG und Bürgerliste sahen das auch so, die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung aber nicht, so dass den Änderungen letztlich mit Mehrheit zugestimmt wurde.

EKZ Drehscheibe: Man hätte mehr daraus machen müssen

Die FWG ist nicht gegen den Bau eines Einkaufszentrums. Aber sie ist der Meinung, dass das Projekt so, wie es jetzt beschlossen ist, große Gefahren für die Stadt birgt: „Man hätte mehr daraus machen können.“ Daher hat die Fraktion der FWG bei der Abstimmung nicht grundsätzlich dagegen gestimmt, konnte den Plänen aber auch nicht vorbehaltlos zustimmen – und hat sich darum enthalten. Warum die FWG dieser Meinung ist hat der Stadtverordnete Christian Utpatel in einer Rede bei der Stadtverordnetenversammlung am 14. Juli erläutert:


Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, verehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Hombergerinnen und Homberger!

So viel Einigkeit war selten! So viel Einigkeit war selten in Bezug auf eine Entwicklungsmaßnahme in der Innenstadt. Natürlich sind wir uns alle einig, dass es kein Dauerzustand sein kann, wenn ein ehemaliges Autohaus mitten in der Innenstadt leer steht. Natürlich sind wir uns einig, dass da etwas geschehen muss, dass da etwas gebaut werden muss, was dann unsere Stadt verändern wird. Und natürlich sind wir uns auch einig, dass in unserer Altstadt etwas geschehen muss. Schon lange macht uns die Altstadt Sorgen, aber gerade in den letzten Wochen sind doch vermehrt Schließungen und Verkleinerungen bei alteingesessenen Geschäften erkennbar geworden. Und weitere sind angekündigt, auch im Bereich der Gastronomie. Natürlich sind wir uns einig, dass es so nicht weiter gehen kann und dass dringend etwas geschehen muss.

Denn, und darauf dürfen wir hier in Homberg durchaus stolz sein: Noch haben wir sie, die kleinen, inhabergeführten Geschäfte, hinter denen immer auch eine Familie steht. Was andere Städte schon längst verloren haben hat in Homberg noch Tradition. Mitunter seit Generationen, aber in beachtlichem Maße auch als Neugründungen in den vergangenen Jahren. Noch haben wir Menschen, die in Geschäfte, Lokale, aber z.B. auch Pensionen und Ferienwohnungen in der Altstadt investieren. Und wir sind uns alle einig, dass dies ein Schatz ist den es zu pflegen und zu bewahren, und am besten sogar noch zu mehren gilt.

Die Frage, die wir nun zu beantworten haben ist aber: Hilft es angesichts dieser Situation, an den Rand der Altstadt ein Einkaufzentrum zu bauen? Wir Freien Wähler meinen: Man hätte mehr daraus machen können. Wir sind betrübt, dass die Stadt die Chancen, die dieses Gelände geboten hätte, nur teilweise genutzt hat. Warum diese einseitige Festlegung auf eine einzige Nutzung, auf „Einkaufen“? Die Bürgerinnen und Bürger, die am 30. Juni 2015, vor gerade einmal einem Jahr, am ersten sogenannten Bürgerworkshop in der Stadthalle teilgenommen haben, hatten da mehr Fantasie: Moderne, auch seniorengerechte Wohnungen. Ein Ort für Kunst und Kultur. Vielleicht sogar ein Hotel. Solche Nutzungen hätten sich kombinieren lassen mit einem Supermarkt im Kellergeschoss, so wie er jetzt gebaut werden soll. Aber eben nicht alleine, sondern mit anderen Nutzungsformen kombiniert, als lebendiges Quartier das sich harmonisch in die vorhandene Stadtstruktur einfügt, das die gewachsenen Strukturen ergänzt, wo Wohnen, Erleben und Einkaufen zugleich möglich sind.

Nun also ein schnödes Einkaufszentrum mit 08/15 Supermärkten die es überall sonst auch gibt. Die zum einen vielen der inhabergeführten Betriebe das Leben schwer machen werden, zugleich aber kaum neue Kaufkraft anziehen, weil es letztlich eben doch keine tolle Shoppingwelt, sondern nur Supermärkte geben wird. Eine Einkaufskultur, die andernorts längst wieder „out“ ist. Gerade in der letzten Woche hat der „Spiegel“ darüber berichtet, wie in den USA die Malls geschlossen und durch offene Einkaufsstraßen mit Tageslicht und frischer Luft ersetzt werden.

Und warum überhaupt diese Festlegung auf „Supermärkte“? Weil die Stadt es versäumt hat, rechtzeitig selber Initiative zu ergreifen. Statt, wie schon vor zwei Jahren von der FWG gefordert, rechtzeitig einen Entwicklungsplan zu erstellen, hat man zugesehen wie der private Grundstückseigentümer die Entscheidung für einen einzigen Investor gefällt hat. Und wie damit auch der private Grundstückseigentümer die Entscheidung darüber gefällt hat, wie ein zentrales Filetstück unserer Stadt gestaltet werden soll.

Es ist an der Zeit, dass wir die Entwicklung unserer Stadt selber bewusst gestalten. Wir müssen endlich weg vom Kleinklein, bei dem viel Steuergeld ausgegeben, aber nichts wirklich verändert wird. Hier ein Haus gekauft, dort eins verkauft, hier ein Museum hin, dort die Stadtbibliothek weg, dafür leerstehende Läden gekauft und zusehen, wie fremde Investoren Einkaufszentren bauen. Andere Städte und Gemeinden machen uns vor, wie es besser geht. Es ist an der Zeit, dass wir selber, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, einen langfristigen Plan entwickeln, wie Homberg mit der Kernstadt und den dazugehörigen Dörfern und Ortsteilen einmal aussehen soll. Was wir brauchen sind langfristige Konzepte und Planungen, weit über den Zeitraum einer Legislaturperiode, und weit auch über die privaten Interessen einzelner Investoren und Grundstückseigentümer hinaus.

Die Freien Wähler haben die Planungen an der Drehscheibe immer kritisch begleitet. Wir sind sehr skeptisch, ob dieses Einkaufszentrum wirklich zur notwendigen Belebung der Innenstadt beiträgt, oder ob es nicht vielleicht sogar der letzte Sargnagel für die Altstadt ist. Indem der Zentrale Versorgungsbereich auf das neue EKZ ausgedehnt wird ist dort in Zukunft alles möglich. Lang ist die Liste der Branchen, die durch das neue Zentrum Konkurrenz bekommen werden. Um nur das aktuellste Beispiel zu nennen: Gerade kürzlich hat der REWE-Markt die Postagentur aus der Altstadt übernommen. Wenn daraus im neuen Zentrum ein richtiger Ladenbereich geworden ist können wir die Tage zählen, bis die Post in ihrem angestammten Gebäude zu macht. Und dasselbe gilt für viele andere Sortimente, von Parfümerie und Drogerie über Uhren und Schmuck bis hin zum Reisebüro.

Nun könnte man sagen, dass es alleine Angelegenheit der privaten Investoren sei, was sie wo bauen. Das stimmt aber nicht. Denn was geschieht, wenn dieses Einkaufzentrum gar nicht funktioniert? Wenn sich die Erwartungen nicht erfüllen? Was geschieht, wenn sich REWE irgendwann zurückzieht, der Rest des Zentrums aber ohne REWE auch nicht funktioniert? Dann sind die letzten Reste privaten Gewerbes in der Altstadt zerstört, und zugleich steht hier ein großer leerer Betonklotz. Dann wird es sich rächen, dass der Bau nur auf eine einzige Nutzung zugeschnitten ist. Die Investoren sind dann längst weg, das Gebäude gehört irgendeinem Immobilienfonds den es herzlich wenig interessiert, wie es in der Homberger Altstadt und ihrem Umfeld zugeht. Aber wir, und unsere Kinder, wir wollen hier auch in 15 und 20 Jahren noch leben. Darum ist es sehr wohl unsere Aufgabe, auch einen kritischen Blick auf die Versprechungen zu richten.

Und da sind noch viele Fragen offen. Zu viele. So ist zum Beispiel nach wie vor unklar, ob denn tatsächlich „Aldi“ an die Drehscheibe kommt. Es ist immer gesagt worden, dass es nur zu stadtinternen Umverlagerungen kommen würde. Noch bei der letzten Infoveranstaltung am 26. April hat Herr Tischler für die Firma Schoofs zugesagt, dass es vor der Entscheidung des Parlaments dazu eine definitive Aussage geben wird. Diese Information liegt bisher nicht vor. Es wäre aber entscheidend für die Funktionsfähigkeit des Zentrums, dass ein Frequenzbringer kommt der seine Stammkundschaft mitbringt. Der Umzug von Aldi muss also Voraussetzung sein für das Einkaufszentrum.

Viel zu vage sind auch die Verkehrsfragen. Wir haben eben den Bau eines Kreisverkehrs beschlossen. Das mussten wir auch, schließlich verpflichten wir uns dazu im Durchführungsvertrag. Nun wollen wir wenigstens hoffen, dass der Bau erst beginnt, wenn der Investor die zugesagten Zahlungen auch tatsächlich geleistet hat.

Denn auf allen anderen Randkosten bleibt die Stadt ohnehin sitzen. Was wird aus der Kreuzung Kasseler Straße, Stellbergsweg, Mühlhäuser Straße und Adolf-Kolping-Weg? Dort ist es jetzt schon ziemlich eigenartig, zukünftig teilt sich der Verkehr dort zusätzlich auf zwei Parkflächen, direkt neben der LKW-Anlieferung. Wie soll das gehen?

Was wird aus allen anderen Versprechungen, die da so im Laufe der Zeit bei den Bürgerworkshops gemacht wurden? Lesen Sie mal die Dokumentationen vom ersten Bürgerworkshop: Da war von einer Umgestaltung des Alten Friedhofs die Rede, von Bäumen entlang der Kasseler Straße, von Radwegen. Alles Schall und Rauch. Und ebenso vergessen wie alle anderen Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger, die sich zum Beispiel auch für den Schutz der Rotbuchen eingesetzt haben.

Und wie geht es mit der Altstadt weiter? Altstadtbelebung geschieht doch nicht dadurch, dass ein Gebäude nach dem anderen verstaatlicht wird und damit im Portemonnaie des Steuerzahlers landet. Auch die Einrichtung von Kindergärten und Beratungsstellen „belebt“ die Altstadt allenfalls in dem Sinne, dass der Verkehr zunimmt, möglicherweise sogar mit Fußgängern. Aber dadurch wird keine Wirtschaftskraft in der Altstadt erzeugt. Was wir stattdessen brauchen wäre eine Altstadtbelebung die die Wirtschaft stärkt, die privates Engagement unterstützt und wieder Investitionen von Familien über Generationen hinweg ermöglicht.

Es ist gut, dass auf dem Gelände an der Drehscheibe etwas geschieht. Aber wir sind der Überzeugung, dass man mehr daraus hätte machen können. „Wir dürfen das nicht versemmeln“, hatte der Bürgermeister am Anfang gesagt. Etwas mehr Zeit, etwas mehr Varianten geprüft, etwas mehr auf die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger eingegangen, und statt Semmeln hätte es vielleicht eine Torte werden können.

Nun gilt es darauf zu achten, das Beste daraus zu machen:

 

  • Wir stellen hiermit einen Ergänzungsantrag zu TOP 4b: In den Durchführungsvertrag ist die Verpflichtung aufzunehmen, dass ein bereits ortsansässiger Discounter in das neue Einkaufszentrum umzieht.
  • Und, darauf kommen wir später nochmal: Die Parkflächen sind zukunftsfähig zu gestalten, nämlich mit Stromtankstellen, und zwar nicht nur Kleinklein, sondern richtig. Das ergibt sich aus unserem Antrag, der unter TOP 10 bereits vorliegt.

 

Erst dann können wir den vorliegenden Plänen zustimmen – in der Hoffnung, dass das neue Einkaufszentrum nicht zu viel Schaden in der Stadt anrichten wird. Und mit dem Versprechen, die Entwicklungen in der Altstadt umso kritischer zu begleiten.


Anmerkung: Der Ergänzungsantrag zu TOP 4b wurde von allen anderen Parteien außer FWG und Bürgerliste abgelehnt. Damit hat eine der ältesten Ankündigungen, von denen die gesamte Planung ausging, keinen Eingang gefunden in die Verträge mit dem Investor.
Der Antrag zur Einrichtung von Stromtankstellen wurde in einen Auftrag an den Magistrat umgewandelt und gilt für alle Parkflächen in Homberg, ohne Nennung einer Mindestzahl von Parkplätzen die entstehen sollen. Mit diesen Änderungen wurde er einstimmig bei einer Enthaltung angenommen.

 

 

Neue Einkaufszentren: Jetzt muss die Stadt das Umfeld planen

von Christian Utpatel, Stadtverordneter und Vorsitzender der FWG —

Mit dem Ende der Offenlegungsfrist  stehen die letzten Entscheidungen zum Bau des Einkaufszentrums  an der „Drehscheibe“ bevor. Die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft Homberg hat die bisherigen Planungen intensiv begleitet.

  • Bei der 3. Bürgerinformationsveranstaltung wurde mitgeteilt, dass die Firma Schoofs Immobilien durch REWE zum Bau des EKZ beauftragt wurde. Das ist eine neue Information, die uns bisher nicht deutlich war: Bei dem geplanten Bau handelt es sich also nicht um ein von einem neutralen Investor geplantes Einkaufszentrum, das frei vermietet wird. Es soll offenbar ein „REWE Center“ gebaut werden, und nicht nur ein vergrößerter Supermarkt. Damit wird auch die Zukunft der Immobilie immer von diesem einen Nutzer abhängig bleiben.
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  • Mit großer Sorge lesen wir das Verträglichkeitsgutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA). Dort ist von „deutlichen Wettbewerbswirkungen innerhalb der Stadt Homberg“ die Rede (S. 30). In einigen Branchen wie etwa Drogeriewaren, Sanitätsartikel, Apotheken , aber auch Bekleidung, Schuhe, Sport, Blumen, Optik, Uhren und Schmuck sei mit „Marktaustritten“ zu rechnen (S. 33). Das bedeutet nichts anderes als Ladenschließungen mit anschließendem Leerstand bei so ziemlich allen alt eingesessenen, familiengeführten Geschäften, die in der Homberger Innenstadt noch vorhanden sind.
    Unser Eindruck ist: Das neue Center ist zu groß, da es alle Konkurrenz erstickt. Wer eröffnet ein neues Schreibwarengeschäft, wer führt ein Schuhgeschäft oder eine Parfümerie fort wenn es alle diese Waren nebenan im Supermarktregal zu greifen gibt? Gleichzeitig wird das neue Center aber auch zu klein um wirklich Menschen nach Homberg zu locken. Es geht nur um Ketten, die so oder ähnlich auch in den Nachbarorten vorhanden sind. Die glitzernde Shoppingwelt, die Menschen (und Kaufkraft) aus dem Umland anzieht, wird es nicht geben.
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  • In der 3. Bürgerinformation wurde die Frage aufgebracht, warum keine Einrichtungen für Kultur und Freizeit in das Bauvorhaben integriert sind. Das erinnert uns an unseren Vorschlag, das benachbarte Gebäude der ehem. Druckerei für die Musikschule zu nutzen. Hier bietet sich eine wunderbare Gelegenheit, in unmittelbarer Nähe zu allen Schulen ein Zentrum für musikalische Bildung zu schaffen.
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EKZ-Stellbergsweg-h150

Ansicht vom Stellbergsweg

Für die anstehende Beschlussfassung fordern wir drei Dinge:
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  1. Eine Verkehrs- und Umfeldplanung muss erstellt werden.
    Die Investoren haben festgestellt:  Der Verkehr an der Drehscheibe wird so stark zunehmen, dass die jetzige Ampel überfordert ist.  Also muss geklärt werden:
    Wäre ein Kreisverkehr mit Zebrastreifen wirklich die bessere Lösung? Sind Zebrastreifen sicher genug, vor allem auch für hör- und sehgeschädigte Fußgänger? Wie steht es um die Schulwegsicherheit?  Fast alle Homberger Schülerinnen und Schüler überqueren die Drehscheibe. Kommt man zu den Stoßzeiten überhaupt mit dem Auto um den Kreisel herum, wenn permanent Fußgänger einen der vier Zebrastreifen betreten? Bleibt das Abbiegen Richtung Freiheit möglich? Was wird aus der jetzt schon problematischen Kreuzung Kasseler / Mühlhäuser / Stellberg? Wie werden die Freiflächen rund um das Neubaugebiet gestaltet? Wir erinnern daran, dass am Anfang des Vorhabens auch von einer Aufwertung des Stadtparks (Alter Friedhof) die Rede war.
    Und wie wird sich zusätzlich der Verkehr auswirken, der auf dem ebenfalls gerade im Bau befindlichen Einkaufszentrum an der Nordumgehung entsteht?
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  2. Es muss vertraglich sichergestellt sein, dass die zusätzlichen Kosten vom Investor getragen werden.
    Erst mit dieser ergänzenden Planung ist sichergestellt, dass sich das REWE Center in die vorhandenen Stadtstrukturen einfügen kann. Diese Planung muss vor dem Abschluss eines Durchführungsvertrages mit den Investoren erfolgen, um eine Kostenübernahme der Investoren vertraglich zu sichern. Der Anteil der Investoren darf nicht nur durch Grundstückstausch abgegolten werden, so dass die Stadt am Ende doch auf erheblichen Bau- und Investitionskosten sitzen bleibt.
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  3. Die Verlagerung eines Discounters muss vertraglich festgelegt sein.
    In den Bürgerversammlungen wurde immer gesagt, dass der zusätzlich auf dem Gelände geplante Lebensmittel-Discounter nur innerhalb Hombergs umzieht. Ein solcher Umzug muss vor einer Beschlussfassung vertraglich festgelegt werden.

Die FWG Homberg wird dem Neubau des Einkaufszentrums an der Drehscheibe zustimmen, sobald die offenen Fragen vertraglich sichergestellt sind.

 

Musikschule in die Alte Druckerei! Jetzt.

Das Umzugschaos der Kreis-Musikschule muss beendet werden!
Homberg muss ein deutliches Zeichen setzen, damit die Musikschule in der Stadt bleibt.
Die Alte Druckerei im Bindeweg ist dafür der ideale Standort.

alte-druckerei1.500 Schülerinnen und Schüler, mehr als 50 Lehrerinnen und Lehrer für 25 verschiedene Musikinstrumente – das ist die stolze Bilanz der Musikschule Schwalm-Eder. Nachdem Amtsgericht und Krankenhaus verschwunden sind ist sie eine der letzten bürgernahen Einrichtungen des Schwalm-Eder-Kreises, die ihr Zentrum noch in der Kreisstadt hat. Jahrzehntelang hatte sie denn auch ihren festen Sitz am Homberger Busbahnhof. Bis plötzlich im Herbst 2014 das Gebäude von der Stadt verkauft wurde. Kurzfristig musste umgezogen werden, nun ging es in die Pfarrstraße, mitten in der Altstadt. Doch nun, nach nur einem Jahr, der erneute Wechsel: „Im Laufe des Jahres hat sich allerdings herausgestellt, dass hier einiges investiert werden müsste, besonders was die Akustik (auch nach außen) sowie den Brandschutz betrifft“, heißt es in einem Brief, den die Musikschule Mitte Februar verschickt hat. Hinzu kommt, dass Eltern und Lehrer über die Anfahrt in den engen Altstadtgassen und die fehlenden Parkplätze klagten. Nun geht es in die Räume des ehemaligen Jugendzentrums in der Untergasse. Ein Gebäude, das als Jugendzentrum zu klein ist und das die Stadt vor wenigen Wochen noch verkaufen wollte soll nun also für Verwaltung und Unterrichtsräume der Kreis-Musikschule herhalten. Die weitere Perspektive ist der alte Supermarkt am Marktplatz 15 den die Stadt kürzlich gekauft hat. Auf nur 540 Quadratmetern Grundfläche sollen hier Volkshochschule, Starthilfe, Familienzentrum, Elternschule, Tageselternverein und eben auch die Musikschule etabliert werden. Wie das alles Platz finden soll in einem alten Supermarkt, was das kostet und vor allem wann das fertig ist steht in den Sternen. Denn bisher hat die Stadt den Supermarkt nur gekauft, aber sonst ist nichts geklärt.

Die Freien Wähler sagen: Das sind unhaltbare Zustände. Die Musikschule muss schnellstens wieder einen festen Sitz und eine sichere Perspektive in Homberg bekommen. „Homberg muss ein deutliches Zeichen setzen, dass die Stadt die Musikschule behalten will“, so FWG-Fraktionsvorsitzender Achim Jäger: „Wir dürfen nicht riskieren, dass wir nun auch noch die Musikschule verlieren!“ Denn Musikschulen sind nicht nur Zeitvertreib: „Musikschulen sind Bildungseinrichtungen, deren wesentliche Aufgaben die Vermittlung einer musikalischen Grundbildung, die Herausbildung des Nachwuchses für das Laien- und Liebhabermusizieren, die Begabtenfindung und Begabtenförderung sowie die mögliche Vorbereitung auf ein Berufsstudium sind“, heißt es auf der Webseite des Schwalm-Eder-Kreises. Um diesem Bildungsauftrag gerecht zu werden braucht es helle und freundliche Übungsräume, angemessene Lagerflächen für die Instrumente, ordentliche Büros. Und am besten auch noch einen kleinen Saal, in dem gemeinsam musiziert werden kann.

Die FWG schlägt daher vor, die Alte Druckerei im Bindeweg für die Musikschule zu nutzen. Sie ist der ideale Standort für eine Musikschule: Große, helle Räume, statisch belastbar (denn wo Druckmaschinen lärmten passen auch Klaviere hin), mit wenig Nachbarschaft, dazu verkehrsgünstig gelegen und leicht erreichbar. Die enge Zusammenarbeit mit der Theodor-Heuss-Schule, die direkt gegenüber ist und selber einen Schwerpunkt Musik hat, liegt auf der Hand. Aber auch für die Schülerinnen und Schüler der Erich-Kästner-Schule und der Stellbergschule liegt das Gebäude direkt am Schulweg. Hinzu kommt, dass das Haus derzeit leer ist und kurzfristig zur Verfügung stünde. Es sollte für das neue Einkaufszentrum abgerissen werden, wird aber nach den aktuellen Plänen erhalten bleiben – und braucht ohnehin eine neue Nutzung. Sicherlich werden auch hier einige Investitionen notwendig sein. Aber die können Schritt für Schritt erfolgen, schließlich wurde das Gebäude bis vor kurzem noch genutzt. Und die Alte Druckerei liegt im Gebiet „Stadtumbau West“, so dass Fördermittel zur Verfügung stehen können.

Die Alte Druckerei ist die Zukunft der Musikschule. Die FWG fordert darum einen sofortigen Planungsbeginn. Denn die Musikschule braucht eine sichere Perspektive. Jetzt.

 

 

Abgeholzt – und wie nun weiter?

Seit mehreren Tagen kreischen rund um den Homberger Schlossberg die Motorsägen. Ein Baum nach dem anderen fällt. Wie vor einigen Wochen bei einer Versammlung auf der Burg besprochen wurde ist es eines der Ziele, unter den verschiedenen Wegen und Trampelpfaden rund um die Burg wieder ein klares System zu finden. Eine solche Pflege und Entwicklung eines Wegekonzeptes für den Schlossberg war schon längst überfällig. Dabei sollten die angekündigten Fällmaßnahmen vorrangig der Wiederherstellung der Verkehrssicherheit dienen. Herabfallendes Totholz oder kranke und morsche Bäume stellen eine Gefährdung der Besucher dar. Auch der alte Friedhof mit seinem historischen Baumbestand muss daher immer wieder kontrolliert werden um solche Gefahren zu vermeiden.

Osterhäuschen001-h450Aber bei der Pflege alter Baumbestände ist besonderes Fingerspitzengefühl gefordert. Nun gäbe es die Chance, auch die alten Grünanlagen wieder erstrahlen zu lassen, die längst überwuchert waren. Zum Beispiel rund um das sogenannte „Osterhäuschen“ mit seiner historischen Laube und den markanten, einzeln stehenden Bäumen. Ältere Homberger verbinden mit dem Osterhäuschen viele Erinnerungen, waren doch die Anlagen das erste Ziel nach dem Winter als Kind oder mit den eigenen Kindern. Es ist nicht zu erklären, warum die große Eiche vor dem kleinen Fachwerkbau beseitigt wurde. Wenn der Baum Trockenäste gezeigt hätte, hätten diese auch ohne Fällung des Baumes beseitigt werden können. Auch die breiten Fahrspuren der Maschinen haben Schäden hinterlassen. Hier wäre besondere Sensibilität nötig gewesen – schade, dass ausgerechnet in diesem Bereich ohne Rücksicht abgeholzt wurde.

Wie geht es nun weiter? Wie die neue Wegeführung aussehen soll ist unbekannt. Ist die Wegeführung überhaupt jemals abgestimmt worden? Und mit wem? Und wie sehen die weiteren Planungen für die Gestaltung des Schlossbergs aus? Könnte gar das alte Rosarium neu entstehen und der Schlossberg so wieder seinen alten Glanz als Ziel der Sonntagsspaziergänge zurückerhalten? Wir werden die Entwicklungen weiter im Auge behalten.

Dr. Klaus Lambrecht
Dr. Lambrecht war bis zu seiner Pensionierung Ende letzten Jahres Leiter der Unteren Naturschutzbehörde im Schwalm-Eder-Kreis. Er kandidiert als Stadtverordneter der FWG auf Listenplatz 3.

 

 

Sonntagsausflüge zum Altstadt-Kindergarten

FWG-Stresstest_0069Neugierig geworden von der aktuellen Diskussion um den neuen Kindergarten war die „Landesfeind’sche Scheune“ heute ein beliebtes Ziel für viele Sonntagsspaziergänger. Bereits am Vormittag hatten sich besorgte Eltern und interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Salzgasse zu einem „Stress-Test“ getroffen. Weniger als 20 Autos reichten aus um die Gasse komplett zu verstopfen. Die Situation gab einen kleinen Einblick wie es erst wird, wenn jeden Morgen 80 Kinder zum Kindergarten gebracht werden. Auch der Fußweg vom Kindergarten zum geplanten Außengelände entlang der Webergasse und am Ärztehaus vorbei wurde ausprobiert.

Den ganzen Tag über bis weit in den Nachmittag wurde die Scheune von vielen Interessierten angesteuert. Viele wussten gar nicht um welches Gebäude es in der Diskussion überhaupt geht und haben sich nun einen eigenen Eindruck verschafft. Ein schönes Zeichen, findet die FWG: Bürgerinnen und Bürger, die sich erkundigen, mitdenken und mitdiskutieren, setzen sich leidenschaftlich für Homberg ein. Und zeigen, dass ihnen etwas an unserer Stadt gelegen ist.

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