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AG Stadtentwicklung, Aus der FWG., Pressemitteilungen.

Kompletter Neustart beim Einkaufszentrum

Überraschung darüber, dass der Investor einen neuen Plan vorgelegt hat. Anerkennung dafür, dass einige der zentralen Forderungen der aktuellen Diskussion berücksichtigt worden sind. Aber auch deutliche Sorgen, wie sich das große Einkaufszentrum auf die Verdrängung von Geschäften in der Altstadt auswirken wird.
– solche und andere Stichworte hat FWG-Fraktionsvorsitzender Achim Jäger bei der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 18. Februar zu den aktuellen Planungen rund um die „Drehscheibe“ genannt. Wir dokumentieren seine Rede hier im Wortlaut:

***

 

„Da kriegt man ja richtig Lust wieder nach Homberg zu kommen, schrieb mir ein Bekannter.“ Ja, die Neuplanung sieht spannend aus – ich sehe 3-Meter-Abstände zu den Nachbargrundstücken, ich sehe „Lufträume“, ich sehe sogar Andeutungen von Bäumen auf dem Dach, ich sehe eine moderne, aber doch kleinteilige und nach Einzelgebäuden aussehende Fassade, und ich staune, dass das Grundstück vom jetzigen Rewe-Markt mit einbezogen ist. Ich bin positiv überrascht, dass sich der Investor mit den Forderungen der Bürger und der Freien Wähler intensiv beschäftigt hat und einen kompletten Neustart des Projektes vornimmt. Das ist ein gutes Zeichen und Werte ich als das positive Ergebnis unseres „Dagegenhaltens“.
Die zentralen Forderungen
• Die Beseitigung von Leerstand auf einem Innenstadt nahen Stadtbild prägenden Standort,
• Die Verlagerung eines Lebensmitteldiscounters vom Stadtrand zurück in die Innenstadt,
• Die Wiederansiedlung eines Drogeriemarktes in der Innenstadt (wegen starker Frequenzrückgang in der Innenstadt nach Rossmann Wegzug) und
• Die Schaffung von 300 zusätzlichen barrierefreien Parkplätzen am Eingang zur Altstadt
könnten mit dem vorliegenden Entwurf erfüllt werden.

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FreiRaum in der Westheimer Straße: Aktuelle Entwürfe im Schaufenster

Im Rahmen einer Sitzung des Lenkungskreises und nachfolgend in den Medien wurde die Neukonzeption des geplanten Einkaufszentrums Drehscheibe der Öffentlichkeit vorgestellt. Wesentliche Änderung ist, dass der „Mall“-Bereich, die eigentliche Ladenstraße, jetzt im Untergeschoss (Basement) angesiedelt ist. Die unterirdische Bebauung führt dazu, dass der Baukörper oberirdisch deutlich weniger hoch ist und zumindest von drei Seiten den Eindruck einer Einzelbebauung erweckt. Bei der Auswahl der Baumaterialien im Sichtbereich Ziegenhainer Str. / Kasseler Str. wird man sich an dem diesen Bereich prägenden Gebäude der Bundespräsident Theodor-Heuß-Schule orientieren. Auf Satteldächer, die tatsächlich keine Funktion hatten, wird vernünftiger Weise verzichtet. Die Grundstücke des jetzigen Rewe-Marktes im Stellbergsweg und das Gebäude Kasseler Straße 5 (ehemals ärztliche Notdienstzentrale) werden in die Planungen einbezogen. Der bisherige Rewe-Parkplatz steht in Teilen weiterhin als Parkfläche zur Verfügung.

Was nach wie vor fehlt ist eine Mischnutzung auch für Wohnen. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung vorgeschlagene Freizeiteinrichtungen, wie Kino, Hotel und Kegelbahn sind ebenfalls nicht berücksichtigt.

Risiken sehen wir Freien Wähler außerdem bei der Verkehrsplanung. Wie wird sich die Verlagerung des Liefer- und Kundenverkehres in die Kasseler Straße auswirken, wenn kurz hinter der eigenartigen Dreieck-Kreuzung aus Kasseler Straße, Mühlhäuser Straße, Stellbergsweg und Kolpingweg auch noch LKWs rangieren und Leute ins Parkhaus fahren. Das muss man sicherlich noch einmal durchdenken. Vielleicht sollte man es einfach einmal ausprobieren, bevor man weiter plant (Stresstest).

Bei der Größe der vorgesehen Einzelhandelsflächen gibt es ebenfalls keine Änderung. Nach wie vor sind 550 qm für sonstigen Einzelhandel oder Dienstleistungen in der Nutzung nicht definiert. Unsere kommunalpolitisch begründete Kritik resultiert aus den zu erwartenden Verdrängungseffekten für den Altstadtbereich. Was nützt es uns, wenn Buchhandel, Reinigung, Lottoannahme, kleine Bekleidungsgeschäfte und Zeitschriftenhandel im EKZ angesiedelt werden und gleichzeitig in der Altstadt durch Geschäftsschließungen weiterer Leerstand entsteht. Bei aller Euphorie für die vorgelegten geänderten Pläne müssen wir Homberger wachsam bleiben und unsere Interessen durchsetzen. In dem jetzt abzuschließenden Vertrag, einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan, müssen die Pflichten des Projektentwicklers deutlich festgehalten werden:
• Regelungen über die Kostenbeteiligung für vorzunehmende Infrastrukturmaßnahmen
o Bau eines Minikreisels an der Drehscheibe,
o Umbau der Kasseler Straße (Querungshilfen, Verbindung zum Stadtpark Alter Friedhof),
o Umbauten für einen sicheren Schulweg im Bereich Bindeweg, Engelhard-Breul-Straße und Stellbergsweg und
o Schaffung von Freiflächen mit Baumbestand und Sitzgelegenheiten in der Ziegenhainer Straße nach dem historischen Vorbild einer Lindenallee)
o Unentgeltliche Übertragung der Flächen für verbreiterte Gehwege und angelegte Grünbereiche.

• Schutz der Interessen der noch in der Stadt ansässigen Einzelhändler bei der Auswahl der neu anzusiedelnden Geschäfte

• Vertragliche Festschreibung, dass die Neuansiedlung eines Lebensmitteldiscounters ausgeschlossen ist. Einzige Option ist die Verlagerung eines der beiden im Osterbach ansässigen Unternehmen.

Auf dieser Grundlage können wir den Neustart des Projekts wagen. Wir Freien Wähler stimmen für die Fortsetzung des Verfahrens.

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